The Society (Staffel 1)

SocietyFilme und Serien, die sich mit der Frage beschäftigen, was passiert, wenn sich eine Gesellschaft von einem Augenblick zum anderen radikal verändert, faszinieren mich seit meiner Jugend. Nach dem Flugzeugabsturz in „Lost“ gab es für die Überlebenden auf der Insel den Kapitalismus sowie die bis dahin akzeptierten Autoritäten und Herrschaftsformen nicht mehr. Ähnlich ergeht es den Schüler*innen in der Netflix-Serie The Society. Nachdem sie nachts vorzeitig von einem Busausflug zurückkehren, müssen sie feststellen, dass ihre Kleinstadt verlassen ist. Eltern, Lehrer*innen, Polizei – alle weg. Die Technik funktioniert noch immer, doch der Kontakt zur Außenwelt ist abgeschnitten – unter anderem von Bäumen an den Stellen, an denen zuvor Straßen waren. Den ersten Überlegungen zufolge befinden sich die Jugendlichen wohl in einer anderen Dimension. Um sie herum existiert offenbar nichts außer Wald. Schnell gibt es eine freundliche Anführerin, die Regeln für die grundsätzlichen Bedürfnisse wie Essen und Wohnen formuliert, an die sich zunächst alle halten. Genau wie in der ersten Staffel von „Lost“ spielt das zentrale Mysterium nur eine untergeordnete Rolle. Die sozialen Beziehungen stehen im Mittelpunkt. Besonders gut funktioniert „The Society“, wenn die Charaktere mit jenen Konflikten konfrontiert sind, die sie schon länger beschäftigen; wenn es um sexuelle Identität, toxische Partnerschaften, Außenseiter*innen, Rivalitäten und Schwangerschaft geht. Dabei entstehen einige wunderschön intime Momente, in denen eine bloße Umarmung mal alles und mal gar nichts ändert. Die politische Ebene hingegen enttäuscht. Ständig sind die Charaktere gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die das Leben aller Menschen in der Gesellschaft beeinflussen. Jene, die entscheiden wollen oder sollen oder dürfen, greifen zu teils drastischen Maßnahmen, die häufig nicht plausibel erscheinen, weil sie kaum begründet und durch das bisherige Verhalten der Charaktere kaum zu erklären sind. Während sich in „Lost“ manche Konflikte über mehrere Staffeln zuspitzen und diese von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet werden, entscheidet sich in „The Society“ vieles innerhalb einer Folge. Zwischen den wichtigsten Akteur*innen gibt es keine tiefgründigen Diskussionen darüber, was richtig oder falsch ist. Dass es innerhalb der Gesellschaft andere Meinungen als die dominierenden gibt, deutet sich nur gelegentlich an. Der Wettstreit um die beste Gesellschaftsform, der doch eigentlich das Herz einer solchen Serie sein sollte, findet zwar statt, aber ohne viele Argumente. So soll man letztlich mit einer kleinen Gruppe sympathisieren, die untereinander liebevoll, aber nach außen autoritär, ja fast diktatorisch agiert, andere gnadenlos bestraft und dem eigenen „Sicherheitspersonal“ sogar Folter und sexuelle Übergriffe gestattet. Das passiert halt, weil Macht korrumpiert, soll wohl die Botschaft lauten. Vielleicht ist das so. Umso schöner wäre es gewesen, zur Abwechslung mal eine Gesellschaft zu sehen, die sich von Herrschaft und Machtmissbrauch befreit – oder es zumindest versucht.

Filmplakat: Netflix

Avengers: Endgame

Wenig trifft das Nerd-Herz so sehr, wie das misslungene Ende einer geliebten Serie. Oder Buchreihe. Oder eines 50+ Stunden Videospiels. Oder einer sich über Jahre hinwegstreckenden Pen & Paper Kampagne … Klar, wenn das Ende Murks ist, so versaut das fast jede Geschichte – doch je mehr Zeit ich mit den Charakteren verbracht habe, je mehr ich mit ihnen mitleiden und mitfiebern konnte, wenn ich förmlich in ihren Schuhen gelaufen bin und mit ihnen eine Reise unternommen habe, die sich in manchen Momenten so anfühlt, als ob ich sie selbst wirklich, physisch erlebt haben könnte, nur vielleicht … dann steht am Ende unglaublich viel auf dem Spiel.
Und für viele Erzählreihen ist das auch immer wieder schlicht zuviel. Da kann das Ende den Erwartungen scheinbar einfach nicht gerecht werden, auch wenn die Macher alles daran setzen.

Die Marvel Cinematic Universe Filme sind gewiss nicht das erste Movie Franchise, das diese schwere Aufgabe zu bewältigen hatte – wenngleich es mit 22 Filmen innerhalb von 11 Jahren, knapp 17 verschiedenen Regieführenden und ein paar dutzend Hauptfiguren durchaus vor einigen einzigartigen Herausforderungen stand. Umso größer die Erleichterung, dass “Endgame” den Erwartungen und Ansprüchen trotz allem nicht nur standhalten kann.
Es hat sie auch noch bei weitem übertroffen.
Als letztes Glied in der Kette (ungeachtet der Tatsache, dass es natürlich nicht der letzte Marvel-Film sein wird und wir manche altbekannten Marvel-Charaktere und Darsteller wiedersehen werden), als Schlussstein des Mosaiks, das die Infinity-Saga ist, tut “Endgame” genau, was es tun muss, und schließt den Kreis – auf so ziemlich jeder denkbaren Ebene. Dem Film gelingt es noch besser als allen “Avengers”-Teilen zuvor, jeden seiner zentralen Charaktere scheinen und eine unersetzliche Rolle in der Geschichte einnehmen zu lassen – wie mit einer wirklich gelungenen Pen & Paper Kampagne, deren Helden gemeinsam zur Hölle und zurückgereist sind. Noch nie schienen die Entscheidungen von Cap und Co. so gravierend, die ungewissen Konsequenzen so offenkundig schwerwiegend und endgültig – gleich den Entscheidungsmöglichkeiten eines epischen Videospielabenteuers. “Endgame” sprüht vor originellen Rückgriffen auf die große Filmgeschichte wie auch auf seine eigene Filmgeschichte mit Momenten voller Herzschmerz und verspieltem Humor, ohne dabei selbstgefällig, gefühlsduselig oder albern zu werden – wie die letzten Seiten des letzten Romans der Reihe, der seinen Vorgängern in nichts nachstehen darf und in dem Bewusstsein geschrieben wurde, Teil der Literaturgeschichte zu sein.

Und “Endgame” ist eben, natürlich, auch irgendwie wie die letzte Folge einer wirklich gelungenen Serie, bei der es rückblickend so scheint, als hätte es kein anderes Ende geben können als dieses. Es passen alle beweglichen Teile des Films so gut zusammen, alles baut so gekonnt auf dem Vergangenen auf, lässt so gut alle Charaktere, individuelle Fähigkeiten, Gefühle und Beziehungen ineinandergreifen … ich könnte fast glauben, alle vorherigen MCU-Filme wurden bloß gemacht, damit es “Endgame” geben konnte. Und wenn dem so ist, dann hat es sich gelohnt. Dann hätte es mein Nerd-Herz nie anders haben wollen.

Filmplakat: Walt Disney

Captain Marvel

Captain MarvelIn der letzten Folge von „Buffy“, der besten Serie aller Zeiten, gibt es eine Schlüsselszene: Am Abend vor der entscheidenden Schlacht hält die Vampirjägerin eine flammende Rede. Sie handelt von mächtigen Männern, die Frauen seit Jahrhunderten unterdrücken, aber deren Zeit nun abgelaufen ist. Oberflächlich betrachtet geht es in der Rede um die übernatürlichen Kräfte, die auch in anderen potentiellen Jägerinnen lauern und üble Bösewichte besiegen könnten. Doch unter der Oberfläche findet man – wie so häufig in dieser Serie – kämpferische Aussagen über die Geschlechterverhältnisse in der realen Welt. Captain Marvel enthält eine Schlüsselszene, die stark an diesen Moment erinnert. Es ist eine phantastische Szene, die auf plakative, aber wunderbar leidenschaftliche Weise die Ermächtigung einer Frau zeigt und darin gipfelt, dass die Superheldin zur Musik von „Just a Girl“ ihre Gegner verprügelt (drei Wörter übrigens, die auch Buffy immer wieder zu hören bekam). „Captain Marvel“ ist von der ersten bis zur letzten Sekunde ein Wohlfühlfilm im besten Sinne. Er würdigt Stan Lee gleich zu Beginn in angemessener Form, weckt Empathie mit Flüchtenden und lässt eine supersüße Katze mit der Heldin und dem jungen Fury nostalgisch durch die 90er reisen. Natürlich erzählt der Film auch eine klassische und gelegentlich überraschende Gut-gegen-Böse-Geschichte, aber zum ersten Mal geht es im MCU eigentlich um etwas anderes: um eine Frau, der Mann immer wieder sagt, dass sie etwas nicht kann und dass sie ihre Emotionen in den Griff bekommen soll – und die irgendwann aufhört, auf diese Männer zu hören. Vieles davon ist nicht sonderlich subtil, aber das sind die popkulturellen Anspielungen anderer MCU-Filme auch nicht – warum sollten für Bezüge auf politische Verhältnisse strengere Maßstäbe gelten? Außerdem fühlt es sich niemals so an, als ob da unbedingt noch eine Szene mit feministischer Botschaft rein musste. Was die Charaktere in diesen Momenten sagen, ergibt sich stets auch aus ihrem persönlichen Hintergrund. Gegen Ende des Films gibt es schließlich eine Szene, die zeigt, wie ein Mädchen freudig zu Captain Marvel aufblickt. Oberflächlich betrachtet ist es nur das. Aber eigentlich ist es viel mehr. Unzählige Mädchen und Frauen haben nun (hoffentlich) eine sympathische, mitfühlende und schlagfertige Heldin, die sie repräsentiert – nicht nur wegen ihres Geschlechts, sondern auch wegen der Kämpfe, die sie austrägt. „Captain Marvel“ mag nicht der beste MCU-Film sein, aber neben „Black Panther“ vielleicht der wichtigste.

Filmplakat: Walt Disney

Weightless

WeightlessJoel arbeitet auf einer Müllhalde in einer US-amerikanischen Kleinstadt. Viel mehr lässt sich über den introvertierten, zurückhaltenden Mann kaum sagen. Möglicherweise spielten Gewalt und Alkohol in seiner Vergangenheit eine große Rolle. Die Abende und Nächte verbringt er mit einer Frau, deren Rolle zunächst ebenfalls nicht ganz klar ist. Eines Tages erreicht ihn ein Anruf: Joel soll sich um seinen 10-jährigen Sohn Will kümmern, nachdem dessen Mutter spurlos verschwunden ist. Will spricht seitdem kein Wort und verlässt das Haus nicht mehr. Weil er stark übergewichtig ist, hänseln ihn die anderen Kinder. Joel wächst langsam in die ihm ungewohnte Rolle als Vater hinein, doch sein Arzt ist anderer Meinung: Eine Pflegefamilie soll sich um Will kümmern. Das große Drama, das diese Konstellation in Aussicht stellt, bleibt jedoch aus. Was einerseits positiv ist: Weightless verzichtet auf allzu konstruierte Momente, schlägt leise Töne an, gibt Emotionen den nötigen Raum und konzentriert sich lieber auf Atmosphäre und Stimmungen. Andererseits: Dabei mangelt es den Charakteren an Tiefe; am Ende des Films weiß man kaum mehr über Vater und Sohn als zu Beginn. Weil oft nicht zu durchschauen ist, was genau in den Köpfen der Figuren eigentlich vorgeht, schaffen es die Emotionen und Gefühle zu selten von der Leinwand in den Kinosaal.

Filmplakat: Kinostar

Chaos im Netz

Chaos im NetzDas Internet ist für uns alle Neuland. Naja, zumindest für einige von uns – zum Beispiel für Ralph und Vanellope. Die beiden Held*innen des 2012 veröffentlichten Animationsabenteuers „Ralph reicht‘s“ müssen ihre liebevollen Spielewelten verlassen, um in den Weiten des WWW nach einem Ersatzteil für einen Arcade-Automaten zu suchen. Finden sie es nicht, droht Vanellope und den anderen Rennfahrerinnen die Abschaltung ihres Racing-Games und damit die Obdachlosigkeit. Auch der zweite Teil ist vollgestopft mit Details, Anspielungen und vielen Gags. Besonders witzig wird es häufig dann, wenn die täglichen Internet-Routinen oder -ärgernisse der realen Welt in die fiktiven Handlungen eines animierten Charakters übersetzt werden: Wenn ein alter Mann die Suchenden nie ausreden lässt, sondern nach jedem Wort oder gar Buchstaben versucht, die komplette Anfrage zu erraten; wenn kleine Vögel rund um die Zentrale eines Social-Media-Giganten herumzwitschern; oder wenn ein halb nerviger, halb hilfreicher Bot permanent auftaucht, um ablaufende Fristen ins Gedächtnis zu rufen. Ab und zu geht‘s aber auch ernsthaft zur Sache – Stichwort: Don‘t read the comments! Der Disney-Welt mit Stormtroopers und schlagfertigen Prinzessinnen in Freizeitkleidung statten Ralph und Vanellope ebenfalls einen Besuch ab. Den emotionalen Kern des Films bildet eine Geschichte über Freundschaft. Klingt etwas rührselig, ist es manchmal auch. Dass jene Elemente, die eine Freundschaft belasten oder zerstören können, hier den zentralen Konflikt darstellen – man könnte auch sagen: den beziehungsweise die Bösewichte –, ist jedoch eine angenehme Abwechslung zu sonstigen Superschurkenstorys. Am Ende ist das sogar für sogenannte Erwachsene durchaus lehrreich.

Filmplakat: Walt Disney

Raus

RausRaus. Ja, das beschreibt sie ganz gut, die Gedanken, die spätestens nach einer halben Stunde durch meinen Kopf rasen. Raus aus dem Kinosaal, irgendwas konsumieren, bestenfalls Bier und Nutella, und schnell vergessen. Aber das funktioniert nicht. Ich schaue Filme von der ersten bis zur letzten Minute; selbst Filme wie Raus, die sich anfühlen wie ein Gedicht von Julia Engelmann, das einfach nicht aufhören möchte. „Raus“ ist ähnlich belanglos und nichtssagend, aber immerhin ohne den neoliberalen „Du schaffst das ganz alleine, wenn du es nur willst“-Quark. Die fünf jugendlichen Protagonist*innen in „Raus“ haben ebenfalls keine Lust mehr auf „Ich-Ich-Ich“, sinnlosen Konsum, Tierquälerei und all die anderen Zumutungen der modernen Gesellschaft. Was sie erstmal sympathisch macht und mich neugierig. Doch dann folgen die Aussteiger*innen einem anonymen Social-Media-Aufruf in den Wald und die Tortur beginnt – für sie, aber vor allem für mich. Die Dialoge stehen völlig im Kontrast zur Umgebung; sie klingen nicht natürlich, sondern steril und auswendig gelernt; und sie verraten nichts über die Charaktere, was hinausgeht über hohle Phrasen und Offenbarungen wie „Wer so mutig ist wie [ein Typ, der via Youtube dazu aufruft, dass alle gleichzeitig keine Miete mehr überweisen], der darf mich sofort nehmen [ficken]“. Zudem ist ein Regisseur am Werk, der bislang vor allem Musikvideos gedreht hat und nun offenbar alles in den Topf wirft, was ihm gerade in die Hand fällt: Elemente des Horrorgenres, die nicht zum Ton des restlichen Films passen, Slow-Motion-Aufnahmen, Wackelkamera, seitlich abkippende Bilder, hektische Schnitte sowie klischeehafte „Jetzt haben wir ein neues Leben begonnen“-Montagen mit Nacktbaden, Schlammbaden und dem unvermeidlichen Sonnenlicht. Die durchgängig harmlosen Popsongs bilden dabei so etwas wie einen roten Faden. Das alles wäre irgendwie zu ertragen, würden sich die Charaktere nicht so verhalten, als wären sie zu oft gegen einen Baum gerannt. Aber vor allem in der letzten halben Stunde ist „Raus“ eine fast körperliche Qual; eine Grenzerfahrung, wie man sie im Kino selten erlebt. Es stellt sich heraus – Achtung, Spoiler –, dass die anonyme Person, die den Trip in den Wald organisiert haben soll, tatsächlich eine*r der fünf Protagonist*innen ist. Jemand hat also gelogen – das ist nicht nett, aber der Weg ist ja das Ziel und die Hütte, die man gemeinsam sucht, existiert tatsächlich. Halb so wild also. Denkste. Nachdem die anderen vier Leute davon erfahren haben und unfassbar alberne Gesichtsausdrücke zeigen durften, fesseln sie den Lügner an einen Baum, foltern ihn und lassen ihn fast sterben. Sollte es stimmen, dass „Raus“ tatsächlich „das Lebensgefühl der Generation Z einfängt“ (O-Ton aus dem Presseheft), dann sind wir alle richtig am Arsch.

Filmplakat: Farbfilm

Glass

GlassMit dem unkonventionellen Superheldenfilm Glass endet die – zumindest von Fans – sogenannte „Eastrail 177“-Trilogie und damit ein Stück Kinogeschichte. Es dürfte keinen vergleichbaren Fall gegeben haben, in dem erst das Ende eines Films verraten hat, dass es sich eigentlich um eine Fortsetzung zu einem anderen Film handelt. Nach dem fast 20 Jahre alten „Unbreakable“ und dem noch jungen „Split“ vereint M. Night Shyamalan nun seine außergewöhnlichen Charaktere. Bereits nach wenigen Minuten treffen der offenbar unverwundbare David Dunn (Bruce Willis), der genial-gefährliche Mr. Glass (Samuel L. Jackson) und die 24 Identitäten des Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) in einer therapeutischen Einrichtung aufeinander. Dort versucht die von Sarah Paulson gespielte Ärztin Ellie Staple ihre außergewöhnlichen Patienten davon zu überzeugen, dass deren Fähigkeiten plausibel erklärbar sind – und liefert dafür überzeugende Argumente. „Glass“ dreht das Rad also wieder zurück. Nachdem Shyamalan sein Publikum erst davon überzeugt hat, dass unter anderem die Bestie tatsächlich existiert, weckt er jetzt wieder massive Zweifel daran. Das Klinikszenario bricht dabei mit den Erwartungen, die man nach dem Ende von „Split“ und den ersten Minuten von „Glass“ haben durfte; es gibt zunächst keine direkte Konfrontation zwischen Dunn und Crumb, allenfalls eine therapeutische. Unterhaltsam und spannend ist es dennoch – schließlich ahnt man ja, dass da noch etwas im Verborgenen lauert. Auch in der zweiten Filmhälfte weiß Shyamalan immer wieder zu überraschen, aber nicht alle Ideen passen zueinander. „Glass“ ist insgesamt weniger ein stimmiges Ganzes als vielmehr die faszinierende Summe starker Szenen, überzeugender Darsteller*innen und eigenwilliger Perspektiven auf das Comic-Genre. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern bleibt das Emotionale diesmal leider auf der Strecke.

Filmplakat: Walt Disney