The Fault In Our Stars

fault-our-stars-movie-poster(“Das Schicksal ist ein mieser Verräter”)
Als Shailene Woodley in “The Descendants” an George Clooneys Seite brillierte, konnte jeder eins und eins zusammenrechnen und ihr eine blühende Karriere prophezeien. Doch während der Sci-fi-Blockbuster “Die Bestimmung – Divergent” eher mäßigen Erfolg feierte, schlägt das romantische Drama The Fault In Our Stars an den Kinokassen ein wie eine Bombe. Vollkommen zu-recht, denn mit der Romanadaption von Autor John Green gelang Regisseur Josh Boone einer der ergreifendsten, poetischsten und stilsichersten Filme dieses Jahres. Darin wird die Geschichte der unheilbar an metastasiertem Lungenkrebs erkrankten Teenagerin Hazel (Shailene Woodley) erzählt, die einen recht trübseligen Alltag voller Galgenhumor fristet. In einer Selbsthilfegruppe lernt sie den nur ein paar Jahre älteren Augustus (Ansel Elgort) kennen, der selbst den Kampf gegen den Krebs gewann und sie mit seiner charmant arroganten Art als Freundin gewinnt. Nun klingen die Worte Romanze + Teenager + Krebsfilm vielleicht nach einem allzu klischee- und schmalzanfälligem Rezept, doch ist es wohl vor allem dem immens glaubwürdigen, unbeschwerten Spiel der beiden jungen Hauptdarsteller zu verdanken, dass das Mitgefühl in keiner Minute auf der Strecke bleibt und oder kitschig und aufgesetzt wirkt. Sie sind nicht einfach lebenskluge Alte im Körper von jungen Menschen, sie sind auch nicht einfach nur weltvergessene Teenager im Liebes- oder Zerstörungsmodus. Sie sind greifbar. Und deshalb greifen überall auf der Welt die Kinogänger tief in ihre Tempotüten. Alle Top 10 Listen dieses Jahres müssen sich in acht nehmen.

 

Filmplakat: 20th Century Fox

Zeit der Kannibalen

Zeit der KannibalenIst dem afrikanischen Kontinent mehr geholfen, wenn man den Kapitalismus vernichtet oder wenn der Kapitalismus ihn vernichtet? Und trägt sexuelle Ausbeutung mittels oraler Befriedigung von Putzfrauen zur Entwicklungshilfe bei? Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich die drei Protagonisten in Johannes Nabers zweitem Spielfilm Zeit der Kannibalen. Öllers und Niederländer, beide mit zahlreichen sozialen Defiziten ausgestattet und latent rassistisch-sexistisch, reisen seit sechs Jahren als Unternehmensberater der “Company” um die Welt und hoffen auf eine baldige Beförderung. In Nigeria schließt sich ihnen die weltoffene und tolerante Bianca an, die nach Ansicht der beiden Männer in einer NGO deutlich besser aufgehoben wäre. Mittels grandioser Dialoge (gesprochen von drei exzellenten Schauspielern) prallen die sehr verschiedenartigen Charaktere, die ihre Hotels nie verlassen, aufeinander. Naber verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger und macht den Film somit theoretisch sowohl für radikale Kapitalismuskritiker als auch für vom vermeintlichen Gutmenschentum genervte Arschlöcher genießbar. Am Ende stecken sowieso alle in derselben Scheiße.

 

Filmplakat: Farbfilm

X-Men: Days Of Future Past (René)

x-men-days-of-future-past-poster2Genau wie Knut empfinde ich den mittlerweile siebten “X-Men”-Film als sehr gelungen. Die Vo-raussetzung ist bei mir allerdings eine andere, da ich den Vorgänger von X-Men: Days Of Future Past, also Matthew Vaughns “Erste Entscheidung”, für eine der schlechtesten Big-Budget-Comicverfilmungen überhaupt halte. Nun ist Bryan Singer zurück auf dem Regiestuhl und macht im Prinzip alles richtig, was Vaughn (dessen “Kick-Ass” ich extrem mochte) verhunzt hat. Die – auch weiterhin recht spärlich eingesetzten – Actionszenen sind spektakulär und spannend inszeniert. Die Kämpfe zwischen den Mutanten und insbesondere der Einsatz ihrer Kräfte haben sehr viel mehr Dynamik und nun auch so etwas wie eine Choreographie (ganz zu schweigen vom sensa-tionellen Auftritt von Quicksilver). Der Ausgang der Story ist nicht von der ersten Minute an ab-sehbar und das Finale des Films ein echter Gänsehautmoment. Und nicht zuletzt haben die Figuren deutlich mehr Tiefe, was dazu führt, dass Schauspieler wie James McAvoy, Michael Fassbender und Jennifer Lawrence nicht mehr total verschenkt werden. Und dann wären da noch die wahrlich furchteinflößenden Sentinels, die im Rahmen eines solchen Mainstreamfilms erstaunlich brutal agieren. Schön, dass Bryan Singer auch “Apokalypse”, den Nachfolger, inszenieren wird – bei ihm ist die Reihe endlich wieder in guten Händen.

DOUBLEREVIEW: Hier geht’s zu Knuts “X-Men: Days Of Future Past”-Review!

 

Filmplakat: 20th Century Fox

X-Men: Days Of Future Past (Knut)

xmen_days_of_future_past_poster1Zu viele um die Aufmerksamkeit des Zuschauers buhlende Charaktere mit Superkräften waren so gut wie immer das Todesurteil für eine Comic-Verfilmung. “Spider-Man 3″ ging (unter anderem) daran kaputt, und auch die alte X-Men Trilogie wurde nicht unbedingt mit steigender Mutantenzahl besser. Bryan Singers neuster Marvel-Spaß X-Men: Days Of Future Past (“X-Men: Zukunft ist Vergangenheit”) knüpft jedoch an Matthew Vaughns “X-Men: First Class” an und stellt ernst zu nehmende Charakterentwicklung in den Vordergrund – was gerade bei einer apokalyptischen Ge-schichte nicht so einfach ist. Da gerade die Schlüsselrollen zudem von echten Charakterdarstellern besetzt sind, denen es erlaubt ist, tatsächlich zu schauspielern, übertrifft diese originelle Zeitreisege-schichte in Sachen Figureneinsatz auf clevere und effektive Art sogar “Marvel’s The Avengers”. Zusammen mit allerlei schicken bis umwerfenden Effekten und zukünftig ikonischen Kampfse-quenzen gerät “X-Men: Days Of Future Past” zu einem hervorragenden Blockbuster, der sehr viel richtig und fast nichts falsch macht.

DOUBLE-REVIEW: Hier geht’s zu Renés “X-Men: Days Of Future Past”-Review!

 

Filmplakat: 20th Century Fox

Godzilla (Knut)

godzilla__plakat2Schade, dass René einen total verhunzten Filmgeschmack hat. Zumindest was Godzilla von Gareth Edwards betrifft. Selten habe ich mich von zuvor angesehenen Trailern so betrogen gefühlt. Was ich darin sah, ließ spannungsvolle, atmosphärische Monsteraction in einem (verhältnismäßig) glaubwürdigen Setting vermuten. Allein die Besetzung von Bryan Cranston verspricht eine gewisse Erdung – doch Fehlanzeige. Der von Cranston gespielte amerikanische Ingenieur überlebt eine nuk-leare Katastrophe in Japan, verliert dabei seine Frau und entwickelt daraufhin ein gestörtes Verhält-nis zu seinem Sohn (Aaron Taylor-Johnson), der fünfzehn Jahre später ein muskulöser Soldat ist. So beginnt der eigentliche monströse Katastrophenfilm. Leider stolperte ich bei jeder erzählerischen Biegung in ein Logikloch, stieß mich bei jeder zweiten Kameraeinstellung an einer kitschigen Kante. Dramaturgische Bequemlichkeiten, wohin man schaut. Doch während das nur ärgerlich ist, ist die relative Langeweile am bedauerlichsten. Viel zu viel Zeit wird auf die Handlungen der mensch-lichen Akteure verwendet, obwohl diese altbacken flach, uninteressant und klebrig klischeebehaftet sind. Die Godzilla-Action selbst sieht gut aus – aber meist auch nur dann, wenn alles für einen Wallpaper-Schnappschuss stillhält. Dass dabei allerhand Zerstörung angerichtet wird, kann im Jahr 2014 jedenfalls nicht mehr sonderlich beeindrucken. Am Ende besteht “Godzilla” aus einer Handvoll toller, audiovisuell stimmungsvoller Szenen – die es aber auch schon im Trailer zu sehen gibt – und einer ganzen Menge Füllmaterial drumherum, das nur mäßig mitzureißen vermag. Ach-tung: Der folgende irreführende Trailer ist irreführend.

DOUBLE-REVIEW: Hier geht’s zu Renés “Godzilla”-Review!

 

Filmplakat: Warner Bros.

Godzilla (René)

godzilla__plakat160 Jahre nach dem japanischen Ur-Godzilla und 16 Jahre nach der misslungenen Emmerich-Interpretation (…und noch zwei Dutzend andere Filme…) wagt sich erneut eine US-Produktion an die Story der zerstörerischen Kreatur. Das, was Gareth Edwards schon im Kleinen mit Minibudget gelungen ist (“Monsters”), gelingt ihm nun auch im XXL-Format: Godzilla ist über weite Stre-cken fesselndes Genrekino mit Überraschungen, Eye Candy und vielen Verbeugungen vor dem Original. Ein schwacher Hauptdarsteller (Aaron Taylor-Johnson) und ein paar Logiklöcher (“Hey, ich lass mich nicht evakuieren, sondern warte, bis DU mich abholst”) trüben den guten Gesamtein-druck ein wenig. Aber drauf geschissen. Edwards weiß, wie man ein Monster in Szene setzt. Er weiß, wie man den Zuschauer neugierig macht, ständige Ungewissheiten schafft und wie man eine Kultfigur dann bombastisch in voller Größe präsentiert und den bekannten Schrei von sich geben lässt. Er weiß, wie man eine schon fast 30mal erzählte Geschichte sinnvoll variiert und Spannung erzeugt, ganz ohne klassisches Gut-Böse-Muster. Und er weiß, wie man es schafft, sowohl Monster als auch Mensch gleichrangig nebeneinander agieren zu lassen, indem er immer wieder eindrucks-voll, aber nahezu unauffällig den Fokus verschiebt. Und schließlich weiß er auch, wie man ein wahnsinnig beeindruckendes Schlussbild für einen vor allem formal ziemlich beeindruckenden Film findet.

DOUBLE-REVIEW: Hier geht’s zu Knuts “Godzilla”-Review!

 

Filmplakat: Warner Bros.

Bad Neighbors

BadNeighborsSeth Rogen und Rose Byrne als frisches Elternpaar, das gerne jung und hipp bleiben und auf gar keinen Fall spießig werden möchte, in dem einen Haus. Zac Efron als debiler Chef einer Studentenverbindung im Haus daneben. Jede Nacht Party, das gibt Stress. Und jede Menge Lacher fürs Publikum. Hier wird nichts neu erfunden. Aber die Chemie zwischen Rogen und Byrne (die eigentliche komödiantische Überraschung) ist perfekt, Efron nimmt sich sehr überzeugend selbst auf den Arm und die massig zotigen Gags weit unterhalb der Gürtellinie tun ihr Übriges. Ja, dieses Ding, halb Partyfilm, halb Parodie auf einen Partiefilm, macht einfach verdammt viel Spaß.

 

 

 

 

 

 

Filmplakat: Universal