X-Men: Days Of Future Past (Knut)

xmen_days_of_future_past_poster1Zu viele um die Aufmerksamkeit des Zuschauers buhlende Charaktere mit Superkräften waren so gut wie immer das Todesurteil für eine Comic-Verfilmung. “Spider-Man 3″ ging (unter anderem) daran kaputt, und auch die alte X-Men Trilogie wurde nicht unbedingt mit steigender Mutantenzahl besser. Bryan Singers neuster Marvel-Spaß X-Men: Days Of Future Past (“X-Men: Zukunft ist Vergangenheit”) knüpft jedoch an Matthew Vaughns “X-Men: First Class” an und stellt ernst zu nehmende Charakterentwicklung in den Vordergrund – was gerade bei einer apokalyptischen Ge-schichte nicht so einfach ist. Da gerade die Schlüsselrollen zudem von echten Charakterdarstellern besetzt sind, denen es erlaubt ist, tatsächlich zu schauspielern, übertrifft diese originelle Zeitreisege-schichte in Sachen Figureneinsatz auf clevere und effektive Art sogar “Marvel’s The Avengers”. Zusammen mit allerlei schicken bis umwerfenden Effekten und zukünftig ikonischen Kampfse-quenzen gerät “X-Men: Days Of Future Past” zu einem hervorragenden Blockbuster, der sehr viel richtig und fast nichts falsch macht.

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Filmplakat: 20th Century Fox

Godzilla (Knut)

godzilla__plakat2Schade, dass René einen total verhunzten Filmgeschmack hat. Zumindest was Godzilla von Gareth Edwards betrifft. Selten habe ich mich von zuvor angesehenen Trailern so betrogen gefühlt. Was ich darin sah, ließ spannungsvolle, atmosphärische Monsteraction in einem (verhältnismäßig) glaubwürdigen Setting vermuten. Allein die Besetzung von Bryan Cranston verspricht eine gewisse Erdung – doch Fehlanzeige. Der von Cranston gespielte amerikanische Ingenieur überlebt eine nuk-leare Katastrophe in Japan, verliert dabei seine Frau und entwickelt daraufhin ein gestörtes Verhält-nis zu seinem Sohn (Aaron Taylor-Johnson), der fünfzehn Jahre später ein muskulöser Soldat ist. So beginnt der eigentliche monströse Katastrophenfilm. Leider stolperte ich bei jeder erzählerischen Biegung in ein Logikloch, stieß mich bei jeder zweiten Kameraeinstellung an einer kitschigen Kante. Dramaturgische Bequemlichkeiten, wohin man schaut. Doch während das nur ärgerlich ist, ist die relative Langeweile am bedauerlichsten. Viel zu viel Zeit wird auf die Handlungen der mensch-lichen Akteure verwendet, obwohl diese altbacken flach, uninteressant und klebrig klischeebehaftet sind. Die Godzilla-Action selbst sieht gut aus – aber meist auch nur dann, wenn alles für einen Wallpaper-Schnappschuss stillhält. Dass dabei allerhand Zerstörung angerichtet wird, kann im Jahr 2014 jedenfalls nicht mehr sonderlich beeindrucken. Am Ende besteht “Godzilla” aus einer Handvoll toller, audiovisuell stimmungsvoller Szenen – die es aber auch schon im Trailer zu sehen gibt – und einer ganzen Menge Füllmaterial drumherum, das nur mäßig mitzureißen vermag. Ach-tung: Der folgende irreführende Trailer ist irreführend.

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Filmplakat: Warner Bros.

Godzilla (René)

godzilla__plakat160 Jahre nach dem japanischen Ur-Godzilla und 16 Jahre nach der misslungenen Emmerich-Interpretation (…und noch zwei Dutzend andere Filme…) wagt sich erneut eine US-Produktion an die Story der zerstörerischen Kreatur. Das, was Gareth Edwards schon im Kleinen mit Minibudget gelungen ist (“Monsters”), gelingt ihm nun auch im XXL-Format: Godzilla ist über weite Stre-cken fesselndes Genrekino mit Überraschungen, Eye Candy und vielen Verbeugungen vor dem Original. Ein schwacher Hauptdarsteller (Aaron Taylor-Johnson) und ein paar Logiklöcher (“Hey, ich lass mich nicht evakuieren, sondern warte, bis DU mich abholst”) trüben den guten Gesamtein-druck ein wenig. Aber drauf geschissen. Edwards weiß, wie man ein Monster in Szene setzt. Er weiß, wie man den Zuschauer neugierig macht, ständige Ungewissheiten schafft und wie man eine Kultfigur dann bombastisch in voller Größe präsentiert und den bekannten Schrei von sich geben lässt. Er weiß, wie man eine schon fast 30mal erzählte Geschichte sinnvoll variiert und Spannung erzeugt, ganz ohne klassisches Gut-Böse-Muster. Und er weiß, wie man es schafft, sowohl Monster als auch Mensch gleichrangig nebeneinander agieren zu lassen, indem er immer wieder eindrucks-voll, aber nahezu unauffällig den Fokus verschiebt. Und schließlich weiß er auch, wie man ein wahnsinnig beeindruckendes Schlussbild für einen vor allem formal ziemlich beeindruckenden Film findet.

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Filmplakat: Warner Bros.

Bad Neighbors

BadNeighborsSeth Rogen und Rose Byrne als frisches Elternpaar, das gerne jung und hipp bleiben und auf gar keinen Fall spießig werden möchte, in dem einen Haus. Zac Efron als debiler Chef einer Studentenverbindung im Haus daneben. Jede Nacht Party, das gibt Stress. Und jede Menge Lacher fürs Publikum. Hier wird nichts neu erfunden. Aber die Chemie zwischen Rogen und Byrne (die eigentliche komödiantische Überraschung) ist perfekt, Efron nimmt sich sehr überzeugend selbst auf den Arm und die massig zotigen Gags weit unterhalb der Gürtellinie tun ihr Übriges. Ja, dieses Ding, halb Partyfilm, halb Parodie auf einen Partiefilm, macht einfach verdammt viel Spaß.

 

 

 

 

 

 

Filmplakat: Universal

Für Immer Single?

That-Awkward-Moment-posterIst wirklich schon alles dazu gesagt worden, wie es ist, ein ausreichend vermögender Single in einer amerikanischen Großstadt zu sein? Wenn man sich Für Immer Single? ansieht, entsteht zu-mindest dieser Eindruck. Es gibt einfach schon zu viele romantische Komödien die uns das Hin und Her zeigen, das “Kriegt er sie oder kriegt er sie nicht?”, das “Sehen sie ihre Fehler noch ein oder sehen sie ihre Fehler noch ein?”. Und “Für Immer Single?” bringt nicht eine wirklich frische Idee aufs Parkett. Stattdessen suggeriert die Hintergrundbeschallung eher, dass wir uns in einem Musikvideo befinden. Einzig die Dynamik der Freunde Jason (ein hölzern schauspielender Zac Efron), Daniel (ein witziger Miles Teller) und Mikey (ein sich verschiedener Emotionen bedienender Michael B. Jordan) ist unterhaltsam und meistens lustig genug, um darüber hinweg zu sehen, dass die Handlung effektiv und ganz geheimnisbefreit aus einer rotzdoofen Prämisse besteht: Drei Freunde machen einen Pakt, auf unbestimmte Zeit Single zu bleiben und ordentlich durch die Ge-gend zu vögeln, während alle von Anfang an eigentlich in einer Beziehung sind. Bei so viel Flach-heit können sogar ein paar Penis-Witze den Anspruch heben. Davon gibt es immerhin genug. Fazit: Selbst solide bis charmant aufspielende Nebenrollen wie die von Imogen Poots und Mackenzie Davis können “Für Immer Single?” nicht zu einem guten Film machen – doch sie bewahren ihn immerhin davor, ein allzu schlechter Film zu sein.

 

Filmplakat: Universum

Snowpiercer

Snowpiercer PosterMit High-Speed rast der letzte Zug der Menschheit durch die eisige Apokalypse, heizt auf einer globalen Schlängelfahrt über die Kontinente und darf nicht stoppen, denn nur wenn der Antrieb niemals still steht, haben die letzten Überlebenden der Menschheit an Bord eine Chance zu über-dauern. Die Passagiere Chris Evans, Tilda Swinton, Jamie Bell, Octavia Spencer, John Hurt, Ko Asung und Ed Harris kämpfen für oder gegen das im Zug etablierte Klassensystem, wie es seit dem Beginn der von den Menschen verschuldeten Eiszeit besteht. Snowpiercer verbaut erschre-ckend unabwegige Perspektiven auf unsere Zivilisation, die Zukunft des Planeten und die Höhen und Tiefen der Menschlichkeit in ein dystopisches Szenario, das oberflächlich betrachtet selbst für Sci-Fi-Verhältnisse zu fantastisch und absonderlich zu sein scheint. Aus dieser vermeintlich unver-einbaren Kombination sowie aus dem unwirklich malerischen Produktionsdesign sprechen die Wurzeln der Comic-Vorlage. “Snowpiercer” gerät so, wenn man denn so will, zu einem postmo-dernen Märchenmeisterwerk mit einer sehr komplexen und ambitionierten Moral, die sich nicht anzumaßen scheint, eindeutig aufgedröselt werden zu können.

 

Filmplakat: MFA

Her

her-posterWenn Theodore (Joaquin Phoenix) von Berufs wegen jene Grußkarten, Trauerkarten, Glück-wunschkarten und Liebesbriefe für andere Leute verfasst, die selbst keine verfassen wollen oder können, dann macht ihn die erhoffte Freude bei den Beschenkten Freude, doch sie macht ihn nicht glücklich. Nicht nur will er als Autor mehr verfassen als fremde Post – er will auch weniger einsam sein. Theodore möchte jemanden haben, der ihm zuhört, ihm Witze erzählt, über seine Anekdoten nachsinnt, sich zum Mittag mit ihm über vorbeilaufende Passanten unterhält und zu dem er am Abend nach Hause kommen kann. Und so lernt er unverhofft Samantha (Scarlett Johansson) kenne, mit der er sich seltsamerweise anfreundet und zu der sich kurioserweise eine romantische Beziehung aufbaut. Denn dass er sich jemals in das Betriebssystem eines Computers verlieben könnte, eine künstliche Intelligenz, die selbstständig zu lernen zu fühlen beginnt, hätte Theodore nichte gedacht. Her ist eine absolut jetzige Geschichte in der Zukunft, bei der die Technik wie heute ist, nur viel weiter. Wo die Liebe genau so wehtut wie heute, die Grenzen zwischen Körper und Geist jedoch nicht mehr scharf zwischen Fleisch und Metall getrennt sind. “Her” ist warmherzig bebildert und klug geschrieben, doch sind die Sphären, in die er abhebt, nicht verkopft. Es ist eher so, als hätte Scarlett Johansson gerne noch Mal einen Film drehen wollen, der sich anfühlt wie “Lost in Translation”.

 

Filmplakat: Warner Bros.