Bad Neighbors

BadNeighborsSeth Rogen und Rose Byrne als frisches Elternpaar, das gerne jung und hipp bleiben und auf gar keinen Fall spießig werden möchte, in dem einen Haus. Zac Efron als debiler Chef einer Studentenverbindung im Haus daneben. Jede Nacht Party, das gibt Stress. Und jede Menge Lacher fürs Publikum. Hier wird nichts neu erfunden. Aber die Chemie zwischen Rogen und Byrne (die eigentliche komödiantische Überraschung) ist perfekt, Efron nimmt sich sehr überzeugend selbst auf den Arm und die massig zotigen Gags weit unterhalb der Gürtellinie tun ihr Übriges. Ja, dieses Ding, halb Partyfilm, halb Parodie auf einen Partiefilm, macht einfach verdammt viel Spaß.

 

 

 

 

 

 

Filmplakat: Universal

Für Immer Single?

That-Awkward-Moment-posterIst wirklich schon alles dazu gesagt worden, wie es ist, ein ausreichend vermögender Single in einer amerikanischen Großstadt zu sein? Wenn man sich Für Immer Single? ansieht, entsteht zu-mindest dieser Eindruck. Es gibt einfach schon zu viele romantische Komödien die uns das Hin und Her zeigen, das “Kriegt er sie oder kriegt er sie nicht?”, das “Sehen sie ihre Fehler noch ein oder sehen sie ihre Fehler noch ein?”. Und “Für Immer Single?” bringt nicht eine wirklich frische Idee aufs Parkett. Stattdessen suggeriert die Hintergrundbeschallung eher, dass wir uns in einem Musikvideo befinden. Einzig die Dynamik der Freunde Jason (ein hölzern schauspielender Zac Efron), Daniel (ein witziger Miles Teller) und Mikey (ein sich verschiedener Emotionen bedienender Michael B. Jordan) ist unterhaltsam und meistens lustig genug, um darüber hinweg zu sehen, dass die Handlung effektiv und ganz geheimnisbefreit aus einer rotzdoofen Prämisse besteht: Drei Freunde machen einen Pakt, auf unbestimmte Zeit Single zu bleiben und ordentlich durch die Ge-gend zu vögeln, während alle von Anfang an eigentlich in einer Beziehung sind. Bei so viel Flach-heit können sogar ein paar Penis-Witze den Anspruch heben. Davon gibt es immerhin genug. Fazit: Selbst solide bis charmant aufspielende Nebenrollen wie die von Imogen Poots und Mackenzie Davis können “Für Immer Single?” nicht zu einem guten Film machen – doch sie bewahren ihn immerhin davor, ein allzu schlechter Film zu sein.

 

Filmplakat: Universum

Snowpiercer

Snowpiercer PosterMit High-Speed rast der letzte Zug der Menschheit durch die eisige Apokalypse, heizt auf einer globalen Schlängelfahrt über die Kontinente und darf nicht stoppen, denn nur wenn der Antrieb niemals still steht, haben die letzten Überlebenden der Menschheit an Bord eine Chance zu über-dauern. Die Passagiere Chris Evans, Tilda Swinton, Jamie Bell, Octavia Spencer, John Hurt, Ko Asung und Ed Harris kämpfen für oder gegen das im Zug etablierte Klassensystem, wie es seit dem Beginn der von den Menschen verschuldeten Eiszeit besteht. Snowpiercer verbaut erschre-ckend unabwegige Perspektiven auf unsere Zivilisation, die Zukunft des Planeten und die Höhen und Tiefen der Menschlichkeit in ein dystopisches Szenario, das oberflächlich betrachtet selbst für Sci-Fi-Verhältnisse zu fantastisch und absonderlich zu sein scheint. Aus dieser vermeintlich unver-einbaren Kombination sowie aus dem unwirklich malerischen Produktionsdesign sprechen die Wurzeln der Comic-Vorlage. “Snowpiercer” gerät so, wenn man denn so will, zu einem postmo-dernen Märchenmeisterwerk mit einer sehr komplexen und ambitionierten Moral, die sich nicht anzumaßen scheint, eindeutig aufgedröselt werden zu können.

 

Filmplakat: MFA

Her

her-posterWenn Theodore (Joaquin Phoenix) von Berufs wegen jene Grußkarten, Trauerkarten, Glück-wunschkarten und Liebesbriefe für andere Leute verfasst, die selbst keine verfassen wollen oder können, dann macht ihn die erhoffte Freude bei den Beschenkten Freude, doch sie macht ihn nicht glücklich. Nicht nur will er als Autor mehr verfassen als fremde Post – er will auch weniger einsam sein. Theodore möchte jemanden haben, der ihm zuhört, ihm Witze erzählt, über seine Anekdoten nachsinnt, sich zum Mittag mit ihm über vorbeilaufende Passanten unterhält und zu dem er am Abend nach Hause kommen kann. Und so lernt er unverhofft Samantha (Scarlett Johansson) kenne, mit der er sich seltsamerweise anfreundet und zu der sich kurioserweise eine romantische Beziehung aufbaut. Denn dass er sich jemals in das Betriebssystem eines Computers verlieben könnte, eine künstliche Intelligenz, die selbstständig zu lernen zu fühlen beginnt, hätte Theodore nichte gedacht. Her ist eine absolut jetzige Geschichte in der Zukunft, bei der die Technik wie heute ist, nur viel weiter. Wo die Liebe genau so wehtut wie heute, die Grenzen zwischen Körper und Geist jedoch nicht mehr scharf zwischen Fleisch und Metall getrennt sind. “Her” ist warmherzig bebildert und klug geschrieben, doch sind die Sphären, in die er abhebt, nicht verkopft. Es ist eher so, als hätte Scarlett Johansson gerne noch Mal einen Film drehen wollen, der sich anfühlt wie “Lost in Translation”.

 

Filmplakat: Warner Bros.

Captain America 2

FirstAvengerOkay, scheiß auf den “deutschen” Titel. Captain America 2 eröffnet die Blockbuster-Saison mit einem ziemlich beeindruckenden Schlag in die Actionfresse. Was im amerikanischen Kino bislang eigentlich bloß Paul Greengrass in seinen “Bourne”-Filmen geschafft hat, nämlich hektische Kamera und wirklich spürbare Schläge-Tritte-Explosionen miteinander zu vereinen, gelingt nun auch den Brüdern Russo. Schon lange nicht mehr hat das US-Kino solch dynamische, spannende und top choreographierte Action gezeigt. Und als wäre das allein nicht schon geil genug, erzählt Captain America 2 sogar noch eine wendungsreiche Story, die wie die selbstkritische amerikanische Antwort auf die NSA-Datensammelwut wirkt und einen ur-patriotischen Superhelden glaubwürdig ins 21. Jahrhundert katapultiert. Eigentlich ein ganz großer Film. Dem bedauerlicherweise gegen Ende die Luft ausgeht. Das ist schade, sollte aber niemanden, der sich nach mitreißend inszenierten und überaus abwechslungsreichen Actionszenen sehnt, vom Kinogang abhalten.

 

Filmplakat: Walt Disney

Need For Speed

need-for-speed-posterAutorennfilme können richtig Spaß machen. Das hatte ich vor Need For Speed nicht gewusst, oder besser gesagt, zuvor war mir einfach kein tauglicher Vertreter untergekommen. Abgesehen von den manchmal sehr spaßigen, obligatorischen Verfolgungsjagden in den meisten Actionfilmen waren für mich Filme der Marke “Fast & Furious” in Sachen Autorumgedüse immer eine eher dröge Angelegenheit. Doch die diversen verschiedenen Rennsituationen in “Need For Speed” sind irgendwie frisch und werden von Situation zu Situation interessanter, mitreißender. Sowieso wird der Film mit jeder Minute auf seltsame Weise besser. Natürlich ist die Geschichte um den Mecha-niker Schrägstrich Hobbyrennprofi Tobey (Aaron “Pinkman” Paul), seine Freund- und Feindschaf-ten, seine Rache für einen befreundeten Kameraden und das große, millionenschwere und illegalste aller Geheimrennen ziemlich doof. Doch schaffen es die doch zunehmend sympathischen Charakte-re, der ausgefallen abwechslungsreiche, manchmal unanstrengte und dann wieder überbemühte Humor und Kitsch letztlich zu überzeugen. Durch die ausgezeichnete Musik-Geräusch-Abmischung und die mitreißenden Kamerafahrten mutiert somit “Need For Speed” von einem ein bisschen doofen, maximal-lose auf einem Videospiel basierenden Film zu einem sehr unterhaltsamen Spaß-streifen, der nicht zuletzt von einer krass sympathisch aufspielenden Imogen Poots getragen wird, die in den meisten Momenten auch mehr sein darf als ein hilfsbedürftiges Love-Interest. Ergo: Autorenn- und Autofans greifen zu, alle anderen gucken Trailerprobe.

 

Filmplakat: Constantin

Grand Budapest Hotel

GrandBudapestHotelTäuscht der Eindruck oder ist Wes Anderson tatsächlich auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens angelangt? Waren “Die Tiefseetaucher” und “Darjeeling Limited” noch Werke, bei denen die Balance zwischen ernsten und heiteren Momenten nicht immer funktionierte, geht seitdem so richtig die Post ab: Nach “Der Fantastische Mr. Fox” und “Moonrise Kingdom” legt Anderson nun den dritten Hit in Folge vor und gleichzeitig den vielleicht besten Film seiner Karriere. Wieder gelingt ihm eine Komödie, die Lacher auf allen erdenklichen Ebenen erzeugt: vom pointierten Dialogwitz über rasante Slapstickeinlagen und absurd brutale Momente bis hin zu eigentlich banalen Szenen, die durch Kameraführung, Schnitt und Musik ihren Witz erhalten. Der Krimiplot ist spannend und leicht verschachtelt erzählt, die unfassbare Menge an Stars wird sinnvoll integriert, die Kulissen sprühen nur so vor Einfallsreichtum, und außerdem mischen sich natürlich auch wieder traurige, nachdenkliche Elemente in den Film. Anders als in früheren Filmen wirkt diesmal jedoch alles wie aus einem Guss, es gibt keine Hänger. Absolut beeindruckend, wie es Anderson schafft, seinem unverwechselbaren Stil treu zu bleiben, aber dennoch mit jedem neuen Film wieder etwas ganz Einzigartiges zu kreieren.

 

Filmplakat: Fox