John Wick

JohnWickWenn der in der Versenkung verschwundene Ex-Auserwählte Keanu Reeves, ein Drehbuchautor, der bislang zwei Vorlagen für Dolph Lundgren lieferte, sowie zwei Regisseure, die bislang lediglich bei der Inszenierung von Actionszenen in Erscheinung traten, aufeinandertreffen, kann man Schlimmes befürchten. John Wick ist deshalb eine positive Überraschung. Ein charismatischer Reeves mimt den Profikiller John Wick, der seine „Karriere“ eigentlich beendet hatte, sich nach dem Tod seiner Frau und dem Mord an deren einziger Hinterlassenschaft (ein Hund) aber selbst reaktiviert. In der hübsch fotografierten New Yorker Unterwelt sorgt Reeves/Wick daraufhin für einen Bodycount im annähernd dreistelligen Bereich. Sein Kampfstil („Gun Fu“ – eine Mischung aus „Gun“ und „Kung Fu“) ist richtig gut anzuschauen, weil Reeves fast alles selbst dreht und daher auch kein Schnittgewitter nötig ist, um den Einsatz von Stuntdoubles zu kaschieren. Insbesondere wenn Fäuste und Kugeln fliegen, ist das ein ziemlicher Spaß. Weniger spaßig sind die vorhersehbare Story, die lausigen Dialoge, der Mangel an Spannung und ernsthaften Gegenspielern sowie die zu lange Laufzeit. 80 bis 90 Minuten wären hierfür absolut ausreichend gewesen, stattdessen verpasst „John Wick“ mindestens einmal das richtige Ende. Letztlich soll das alles etwas cooler, cleverer und origineller sein als es in der Realität eigentlich ist. Denn in der Realität ist dieser Film lediglich ein lange Zeit unterhaltsamer, durchgestylter und angenehm ruppiger Revengethriller. Reicht ja eigentlich auch mal für einen schönen Kinoabend, vor allem wenn das Genre ansonsten nicht viel hergibt.

 

Filmplakat: Studiocanal

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