Mini-Reviews-To-Go: Oktober 2018

An jedem dritten Donnerstag eines Monats veröffentlichen wir Mini-Reviews zu aktuellen Kinostarts. Im Oktober sind es: die deutschen Komödien „Der Vorname“ und „Wuff“, das enttäuschende „Halloween“-Sequel von David Gordon Green und zwei US-amerikanische Indiefilme.

Der Vorname: Weil Thomas (Florian David Fitz) seiner Schwester Elisabeth (Caroline Peters) sowie deren Mann Stephan (Christoph Maria Herbst) und besten Freund René (Justus von Dohnányi) erzählt, dass der Junge, den seine Freundin Anna (Janina Uhse) bald zur Welt bringen wird, Adolf heißen soll, eskaliert ein gemeinsames Abendessen dieser fünf Personen. Es bleibt jedoch nicht bei der hitzigen Diskussion über diese Geschmacklosigkeit; bald landen auch diverse andere Geheimnisse auf dem Tisch. Glücklicherweise ist „Der Vorname“ nicht nur ein weiterer Film, in dem sich das linksliberale Bürgertum auf überschaubarem Raum an die Gurgel geht. Es ist gleichzeitig ein höchst unterhaltsamer Film mit überraschenden Wendungen, pointierten Dialogen und einem großartigen Ensemble. Wer beispielsweise den „Gott des Gemetzels“ mochte, dürfte auch an diesem Gefecht viel Freude haben.

(Kinostart: 18. Oktober, IMDb, Trailer)

Krystal: Der 18-jährige Taylor verliebt sich in eine deutlich ältere Frau namens Krystal. Was eigentlich okay ist, doch in diesem Fall gibt es zwei Probleme. Das eine betrifft Taylor: Sobald er aufgeregt ist, gerät sein Herz außer Kontrolle – so wie beim ersten Anblick der Frau. Das andere betrifft die Zuschauer: Taylor ist ein hochgradig unsympathischer Charakter. Sind verliebte Teenies schon im Durchschnitt nur schwer zu ertragen, ist dieses Exemplar eine Lüge auf zwei Beinen. Erst gibt sich Taylor als anonymer Alkoholiker aus, um seinem Schwarm in einer Selbsthilfegruppe näher zu kommen, dann nimmt er einen Imagewandel zum coolen Bad Boy mit ekelhaftem Machogehabe vor. Warum er sich erst in Krystal und sie sich dann auch in ihn verliebt, bleibt völlig unklar. Die dringend nötige Ironie, die dieser Film bräuchte, existiert nicht. Stattdessen gibt es hemmungslos überdrehte und im Ton somit absolut unpassende Szenen. Das alles ist eine ziemliche Qual.

(Kinostart: 18. Oktober, IMDb, Trailer)

Career Day mit Hindernissen: Darius fürchtet sich – mal wieder – vor seinem ersten Tag an einer neuen Schule. Deren Rektorin findet am frühen Morgen eine Leiche und versucht sie zu verstecken. Musiklehrer Mr. McRow plagen Depressionen, nachdem eine Kollegin ihn verlassen hat. Daniel arbeitet in einem Großraumbüro und sieht sich an diesem Tag mit dem Ende einer Affäre, einem neuen Vorgesetzten und einem Karrieretag an besagter Schule konfrontiert. Das alles und einiges mehr spielt sich innerhalb weniger Stunden ab und steuert auf einen Höhepunkt zu, bei dem alle Handlungsstränge zusammenlaufen. Viele Charaktere und Konflikte sind durchaus interessant, jedoch krankt „A Happening of Monumental Proportions“ vor allem an einem Problem: Der Film ist nicht witzig, obwohl er es sein möchte. Immerhin gibt‘s am Ende der kurzen Laufzeit ein paar berührende Momente und einen gelungenen Gastauftritt.

(Kinostart: 25. Oktober, IMDb, Trailer)

Halloween: Wenn man noch nie einen Film dieser Reihe im Kino gesehen hat, ist es ein großartiger Moment, die berühmte Titelmusik und die traditionell gehaltenen Opening Credits endlich in einem solchen Saal zu genießen. Viel mehr hat diese Fortsetzung des Originals aber leider nicht zu bieten. Das enttäuscht vor allem, weil Leute wie Jamie Lee Curtis als Darstellerin und David Gordon Green als Regisseur beteiligt sind. Letzterer ließ auf ein bisschen Witz, Gefühl und Popkultur hoffen – aber davon ist nichts zu sehen. Was akzeptabel wäre, wenn es zumindest Spannung gäbe. Abgesehen von einer derben Szene auf einem Tankstellenklo darf man jedoch nie wirklich mitfiebern – die Opfer sterben meist schnell. Und unspektakulär. Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, warum die Beteiligten dieses Projekt in Angriff genommen haben. Sie setzen keine neuen Akzente.

(Kinostart: 25. Oktober, IMDb, Trailer)

Wuff: Keine Angst, dieser Film handelt nicht von sprechenden Hunden. Er handelt auch nicht von Hunden, deren „Gedanken“ aus dem Off eingesprochen werden. Aber er handelt von Menschen, in deren Leben diese Tiere zu einem bestimmten Zeitpunkt eine wichtige Rolle spielen – sei es, um Trennungsschmerz zu lindern, beim Suchen und Finden der Liebe zu helfen, Beziehungen zu verkomplizieren oder traurigen Gestalten eine neue Perspektive zu bieten. Würde der Regisseur nicht Detlev Buck heißen, wäre das alles wohl kaum zu ertragen. So entwickelt der Film in manchen Momenten tatsächlich Witz und Charme. Leider bleibt er dabei ziemlich oberflächlich und vorhersehbar. Wenn man nichts anderes zu tun hat, kann man sich das durchaus anschauen.

(Kinostart: 25. Oktober, IMDb, Trailer)

Filmbilder: Constantin („Der Vorname“, Titelbild), Kinostar („Krystal“), Universal („Halloween“)

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