Was Cleveres? Was Cleveres! Für diese Seite muss mir noch irgendwas Cleveres einfallen. Soll ich vielleicht meine Lieblingsfilme aufzählen? Verraten, an welche Filme in den letzten Jahren der von mir erfundene Preis "Die Kackbraune Kamera" für den schlechtesten Film des Jahres verliehen wurde? Oder soll ich auf frühkindliche Traumata eingehen und ergründen, wie sie meinen Filmgeschmack beeinflusst haben? Fragen über Fragen. Mal gucken.

Knut

Podcast #13: Cravencast – Themen Mashup Returns

Pünktlich zum letzten Donnerstag im Monat gibt’s einen neuen Podcast!! Verflucht sein jene, die uns verspottet haben, meinten, wir würden es nicht schaffen! Wir sind zurück mit einer Runde freiem Labern über Pixar, ihrem neuen Film “Inside Out” und dem verstorbenen Meister des Horrors Wes Craven. Außerdem gibt es SIE endlich: Die Rubriken!

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Still The Water

STILL-THE-WATER_HDDa draußen gibt es etwas, das ist so gewaltig, so unfassbar, als sei es die ganze Welt. Für manchen ist es die Nacht oder der Himmel. Für Kyoko und Kaito ist es das tosende Meer. Bei ihren einsamen, langen Tauchgängen vor der Küste fühlt sich Kyoko (Jun Yoshinaga) eins mit allem. Hier findet sie Kraft in Zeiten des Wandels und Abschieds, der nun nicht mehr aufzuhalten scheint. Außerhalb ihrer Familie fühlt sie sich nur Kaito (Nijirô Murakami) wirklich verbunden. Verschlossen vor seinen geschiedenen, distanzierten Eltern sucht Kaito stets Kyokos Nähe. Doch mag er sich nicht eingestehen, wieso. Die See fürchtet er wie Nichts. Gigantisch, aufbrausend und umberechenbar. Naomi Kawases Still the Water reflektiert die Empfindlichkeit und Empfindsamkeit voreinander und vor dem, was nicht zu fassen ist. Seine jugendlichen Protagonisten reifen durch Einsamkeit, Sehnsucht und Unverständnis über Leben und Sterben zu jungen Erwachsenen heran. Indem sie versuchen, zusammenzufinden. Die Geschichte erzählt sich in ruhigen, ungekünstelten und doch malerischen Bildern. Die Kamera bewegt sich frei in der Situation, frei von Beschönigungen durch Stativ und Steadycam. Und trotz dieser scheinbaren Unruhe und dokumentarisch scheinenden Präsenz im Moment, nehmen sich die Bilder Zeit für Melancholie. Für das, was Kino größer als das Leben macht. Worte fallen nur, wenn sie Gewicht haben. Auch wenn durch die teilweise allzu bedeutungsschwangeren Töne vereinzelt die Glaubwürdigkeit des Moments überdehnt wird, reißt doch die Verbindung zu Kyoko und Kaito nie ab. Denn sie ihr Herz genauso auf der Zunge, wie auf den geschlossenen Lippen, wie auf den unsicher Ihresgleichen suchenden Augen.

 

 

Filmplakat: Asmik Ace

Podcast #12: Comebackcast – Who You Gonna Call? Blockbusters!

Was haben Jurassic World, Terminator Genisys, The Avengers 2 und Fast & Furious 7 gemeinsam? Gute Frage. Lasst es uns herausfinden! The Wait is over. Zu deutsch: Wir sind wieder da! Bei uns wird dieses Mal jeder Blockbuster aus diesem Jahr durch die Mangel genommen!!

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Terminator: Genisys

terminator-genisys-posterKlopf Klopf.
Wer da?
Ein neuer Terminator-Film.
Ein neuer Terminator-Film wer?
Ein guter neuer Terminator-Film.

So manche Kino-Marke scheint unverwüstlich. Zu kultig sind die ersten Teile, so blockbusterig das Konzept, dass einfach alle paar Jahre eine weitere Fortsetzung gedreht werden muss – ganz egal, wie ungeliebt oder auch verhasst die letzten Versuche ausfielen. Die wahre Erlösung (*wink wink, nudge nudge*) soll uns nun in Terminator: Genisys eine alternative Timeline bescheren und nicht nur frischen Wind in die angestaubte Story des Terminator-Franchise bringen, sondern auch im Stile von “X-Men: Zukunft ist Vergangenheit” die Sünden der jüngeren Vergangenheit quasi ungeschehen machen. Denn kaum wird der Menschen-Rebellen-Soldat Kyle Reese (Jai Courtney) nach einer Schlacht gegen die die Welt beherrschenden Maschinen ganz planmäßig von seinem Vorgesetzten – dem legendären Widerstandskämpfer John Connor (Jason Clarke) – in die Vergangenheit geschickt, um die Ermordung von John Connors Mutter Sarah (Emilia Clarke) durch einen Zeitreisenden Killerroboter zu verhindern und nichts ahnend obendrein eben jenen John Connor zu zeugen, because timetravel, ist nichts, wie es sein sollte. Sarah ist kein hilfloses Girly, dass gerettet werden muss, und ihr zur Seite steht ein in die Jahre gekommener Terminator eben jenes Modells, das gekommen war, um sie zu töten!? Denn irgendjemand hat frecherweise beschlossen, einen Terminator ausnahmsweise Mal nicht zu einem Zeitpunkt in chronologischer Reihenfolge zu schicken: Das Ergebnis ist eine alternative Timeline mit fast komplett alternativen Schauspielern (das einzige nicht austauschbare Gesicht scheint das der künstlichen Roboterhackfresse zu sein), die allesamt sehr charismatisch aufspielen. Die Action und das vermeintlich todernste Zeitreise-Apokalypsendrama wird durch angenehme Situationskomik hier und da spürbar aufgelockert, aufgewertet und erinnert gerade darum fernab der zahlreichen Anspielungen an den zweiten und gelungensten Teil der Terminator-Reihe. Wem halbgare Erklärungen für scheinbar willkürliche Änderungen der ohnehin hanebüchenen Grundstory kein Dorn im Auge sind und wer die Tugend in der Flucht nach vorne sieht – wenn Flucht nach vorne einfach noch mehr Twists und Sets und crazy Terminator-Stuff bedeuten -, wird an diesem Blockbuster viel Spaß haben können.

 

(You should’nt watch this trailer if you wanna live and not be spoiled.)

 

Filmplakat: Paramount Pictures

 

Jurassic World

jurassic_world_posterStets dem neusten Wow-Faktor und Trend hinterherjagend, um mehr und mehr Besucher anzulocken, nahmen sie die alte DNA ihrer besten Schöpfung und kombinierten sie nach Belieben mit den Genen anderer mächtiger Wesen von damals und heute, um das perfekte Monster mit allen sensationsträchtigen Eigenschaften zu erschaffen: Jurassic World. Nach der gleichen Formel wurde indes der fürchterliche Indominus Rex erschaffen – die große neue Gefahr im dritten Nachfolger von “Jurassic Park”, mit dem Steven Spielberg Anfang der 90er einen weiteren persönlichen Blockbuster-Meilenstein ablieferte. 22 Jahre nach der ersten Dinosauerier-Katastrophe steht der Vergnügungspark erneut und ist so gewaltig und vielseitig wie nie. Von Streichelzoos mit Babydinos für Kindergartenkinder bis zu “Sea World”-artigen Live-Fütterungen von blauwalgroßen Raubsaurierfischen ist für die ganze Familie etwas dabei. Leider kommen aber ausgerechnet an dem Tag, als es mit der neusten Saurierkreuzungsattraktion Probleme gibt, die Neffen von Produktionsmanagerin Claire (Bryce Dallas Howard) zu Besuch. Hat sie nicht schon genug am Hals mit ihrem naiven, größenwahnsinnigen aber gutherzigen Milliardär-Chef Simon (Irrfan Khan) und den ständigen Avancen von Raptor-Experte Owen (Chris Pratt)? Und als wäre ein mordlustiger Superdino nicht schlimm genug, will auch noch das Militär das entstehende Chaos für eine Art Soldaten-Raptoren-Feldtest nutzen, oder was auch immer. Diese grobe Andeutung der Handlung von “Jurassic World” klingt nicht zufällig wie die Kombination aus Familienkomödie und Trash-Monster-Horrofilm-Nummer-15. Der Film von Regisseur Colin Trevoroww scheint sehr darum bemüht zu sein, so viele bekannte Blockbustermomente und Kultfilmszenen wie möglich nachzustellen, um auch ja kein kitschiges Bombast-Klischee und keine Referenz auf kultige “Jurassic Park”-Bilder zu verpassen. “Jurassic World” versucht noch zwangsgestörter gefällig den vermeintlichen Massengeschmack zu treffen als, sagen wir “Transformers 4″. Es ist allein dem Talent der Hauptdarsteller und dem mehr als selbstbewussten Handwerk von Kamera, Setdesign und Effektstudio zu verdanken, dass man sich trotzdem nicht völlig langweilen muss. In Sachen Selbstreferenzialität wird den Figuren gerade am Anfang so manche bissige Bemerkung über die Sensationsgier und den Profitwahn der Investoren in den Mund gelegt. Und für einen Augenblick mag man denken, der ganze Film sei eine einzig große Persiflage auf alles, was an Hollywood und der Konsumkultur lächerlich und bedenklich ist. “Jurassic World” ist ein kugelrunder Spiegel oder ein schwarzes Loch für Kinogeilheit. Er ist ein frankensteinischer Zombiedino, der sein eigenes Antlitz im Spiegel zwar nicht wiedererkennt, sich aber dennoch ziemlich stylisch findet. Und um die Metapharzüchtung auf die Spitze zu treiben: Mit “Jurassic World” hat Hollywood endlich die große Schlange Uroboros ausgebrütet, die in ihren eigenen Schwanz beißt, um sich selbst zu verschlingen. Aber ich bin mir sicher, irgendwo arbeitet irgendwer schon an Uroboros Version 2.0.

 

 

Filmplakat: Universal Pictures

Podcast #11: Shitflickcast – Kein Nic Cage wird zurückgelassen

Wem Teeblätter-Lesen zu präzise ist, der darf sich über den 1000% inhaltlich und politisch korrekten Leinwanderer-Live-Kommentar zum grandiosen Katastrophenfilm “Left Behind” mit dem einzig wahren Nicolas Cage freuen! Ob als Standard-Podcast oder Audiokommentar zum Parallelgucken – beim Shitflickcast bleibt kein guter Geschmack unbefleckt. (Die Inhaltsübersicht findet sich wie immer in den Shownotes.) Kaum treffen sich…

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Wir sind die Besten!

We-Are-the-Best-Movie-Poster-Large“Punk’s not dead!”, brüllt die zwölfjährige Klara (Mira Grosin) aus dem Zimmer stürmend ihre blond gelockten Klassenkameradinnen an, die ihr zuvor noch mit Hairstyling-Tipps und Kritik an Klaras Mohawk in den Ohren gelegen haben. Doch die zwei raffen es nicht – genauso wenig wie Klaras Eltern. Oder die Mutter von Bobo (Mira Barkhammar), Klaras beste Freundin. Selten hat die schüchterne Bobo mit dem kurzen Strubbelhaar und der Bibliothekarsbrille ihre alleinerziehende Mum für sich allein, wenn nicht gerade ein neuer Liebhaber oder eine Partygesellschaft daheim ist. Bei Klara fühlt sie sich mehr daheim. Gemeinsam lauschen sie von Kassette ihren Lieblingspunkbands, spielen Streiche in der Schule und schwärmen von Jungs. Aus purem Zufall und um ein paar arroganten Möchtegern-Punkern eine Lektion zu erteilen, schreiben sie sich für den Proberaum im Jugendzentrum ein und entwickeln die fixe Idee, selbst eine Punk-Band zu gründen. Weil es Spaß macht. Weil sie sich im Punk wiederfinden. Und um es der dummen Welt der 80er so richtig zu zeigen! Um zu beweisen, dass Punk nicht tot ist. Doch da sie nicht den blassen Schimmer von Instrumenten oder dergleichen haben, versuchen sie die religiöse aber extrem talentierte Gitarrenspielerin Hedvig (Liv LeMoyne) in die Band zu holen. Wir sind die Besten! ist der siebte Spielfilm des schwedischen Autors und Regisseurs Lukas Moodysson, der zuletzt 2009 “Mammoth” mit Michelle Williams in die Kinos brachte. Die sechsjährige Spielfilm-Pause hat sich jedoch ausgezahlt: Moodysson kehrt mit “Wir sind die Besten!” – basierend auf der Graphic Novel “Never Goodnight” seiner Ehefrau Coco – gewissermaßen zu seinen filmischen Wurzeln und zum Ton seines brillanten Erstlings “Raus aus Åmål” zurück, indem er sich auf das gewöhnlich-magische Leben junger Jugendlicher konzentriert. Seine Kamera wohnt als unaufgeregter, unsichtbarer Beisitzer den alltäglichen, nebensächlich-komischen und verräterisch-verletzlichen Dialogen seiner Protagonistinnen bei, die nicht dazu gehören. Weder werden sie von ihren Altersgenossen noch von ihren Eltern verstanden. Nähe, Wert und Verständnis finden sie im Rebellieren, im Punk und in der naiven wie absoluten Freundschaft untereinander, die von einer Sekunde auf die andere von vollem Vertrauen zu gefühltem Verrat kippen kann. Der besondere Zauber der Filme Moodyssons liegt in der Sensibilität und Ernsthaftigkeit, mit der er sich der unbedingten, extrem erlebten Lebenswelt seiner jugendlichen Charaktere verschreibt, ohne sie wie üblich durch die nüchterne Erwachsenenlinse zu brechen. Das macht “Wir sind die Besten!” zu einem kleinen, unscheinbaren Meisterwerk voller kalter knisternder Sehnsucht und warm glühender Freude und Hoffnung.

“Wir sind die Besten!” ist Teil des Festivals On Tour Nordlichter – Neues Skandinavisches Kino und wird unter anderem als nächstes am Montag den 29. März im Dresdner Kino im Dach sowie im Lüneburger Scala Programmkino gezeigt.

 

 

Filmplakat: Kulturprojektor