Captain America: Civil War

CivilWarGut einen Monat nach DC schickt nun auch Marvel eine Superhelden-interne Klopperei ins Rennen. Im Gegensatz zu „Batman v Superman“ macht Captain America: Civil War jede Menge Spaß – doch leider nicht nur das. Ironischerweise krankt das Kräftemessen zwischen den Teams von Steve Rogers und Tony Stark teils an ähnlichen Ärgernissen wie das Machwerk von Zack Snyder. War es in dem einen Film die lieblose Einführung der „Justice League“-Helden via E-Mail-Versand, ist es in dem anderen die Art und Weise, wie uninspiriert Neuzugang Spider-Man in den Konflikt hineingeworfen wird. Zudem fehlt es beiden Werken in ähnlicher Weise an Mut. Am Ende von „Civil War“ hat sich das Marvel-Universum nicht in derartiger Form weiterentwickelt, wie es von Nöten gewesen wäre, um das gesamte Projekt wieder interessanter zu gestalten. Nach dem zweiten „Avengers“-Film hatten sich schon deutliche Ermüdungserscheinungen abgezeichnet. Der Grundkonflikt, den die Superhelden in „Civil War“ untereinander austragen, hätte eigentlich das Zeug gehabt, dem Marvel-Universum neue Impulse zu geben – doch diese Chance wurde im Großen und Ganzen vergeben. Und dann wäre da schließlich noch der Bösewicht, der dramaturgisch ähnliche Probleme bereit wie Doomsday. Zwar ist der von Daniel Brühl gespielte Charakter deutlich klarer in seiner Motivation und Herkunft, allerdings ist es purer Zufall, dass sich am Ende alles ungefähr so fügt, wie er sich das unmöglich ausgedacht haben kann. Warum „Civil War“ trotz all dieser Mängel dennoch ordentlich Spaß bereitet? Weil es – wie schon im ebenfalls von den Russo-Brüdern abgelieferten Vorgänger – wieder ordentlich kracht. Die Auseinandersetzungen sind rasant choreographiert, spannend inszeniert und nehmen immer wieder überraschende Wendungen. Das große Highlight ist selbstverständlich die Klopperei zwischen einem Dutzend Superhelden auf einem Flugplatz. Das hat Charme, Humor und unzählige gute Ideen. Die Floskel „In dieser Form hat man das noch nicht gesehen“ trifft es genau. So ist „Civil War“ ein astreiner Actionfilm – bedauerlicherweise aber auch nur das. By the Way: Ganz klar #TeamCap!

 

 

Filmplakat: Disney

Podcast #14: Whedoncast vs. The Avengers

It’s Avengers Time! In der neuesten Folge des Podcasts sprechen wir über die zwei Mega-Blockbuster von Marvel, wie die im Superheldencosmos einzuordnen sind und was Regisseur Joss Whedon für eine tragende Rolle in ihrer Entstehung hatte.

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Snowpiercer

Snowpiercer PosterMit High-Speed rast der letzte Zug der Menschheit durch die eisige Apokalypse, heizt auf einer globalen Schlängelfahrt über die Kontinente und darf nicht stoppen, denn nur wenn der Antrieb niemals still steht, haben die letzten Überlebenden der Menschheit an Bord eine Chance zu über-dauern. Die Passagiere Chris Evans, Tilda Swinton, Jamie Bell, Octavia Spencer, John Hurt, Ko Asung und Ed Harris kämpfen für oder gegen das im Zug etablierte Klassensystem, wie es seit dem Beginn der von den Menschen verschuldeten Eiszeit besteht. Snowpiercer verbaut erschre-ckend unabwegige Perspektiven auf unsere Zivilisation, die Zukunft des Planeten und die Höhen und Tiefen der Menschlichkeit in ein dystopisches Szenario, das oberflächlich betrachtet selbst für Sci-Fi-Verhältnisse zu fantastisch und absonderlich zu sein scheint. Aus dieser vermeintlich unver-einbaren Kombination sowie aus dem unwirklich malerischen Produktionsdesign sprechen die Wurzeln der Comic-Vorlage. “Snowpiercer” gerät so, wenn man denn so will, zu einem postmo-dernen Märchenmeisterwerk mit einer sehr komplexen und ambitionierten Moral, die sich nicht anzumaßen scheint, eindeutig aufgedröselt werden zu können.

 

Filmplakat: MFA

Captain America 2

FirstAvengerOkay, scheiß auf den “deutschen” Titel. Captain America 2 eröffnet die Blockbuster-Saison mit einem ziemlich beeindruckenden Schlag in die Actionfresse. Was im amerikanischen Kino bislang eigentlich bloß Paul Greengrass in seinen “Bourne”-Filmen geschafft hat, nämlich hektische Kamera und wirklich spürbare Schläge-Tritte-Explosionen miteinander zu vereinen, gelingt nun auch den Brüdern Russo. Schon lange nicht mehr hat das US-Kino solch dynamische, spannende und top choreographierte Action gezeigt. Und als wäre das allein nicht schon geil genug, erzählt Captain America 2 sogar noch eine wendungsreiche Story, die wie die selbstkritische amerikanische Antwort auf die NSA-Datensammelwut wirkt und einen ur-patriotischen Superhelden glaubwürdig ins 21. Jahrhundert katapultiert. Eigentlich ein ganz großer Film. Dem bedauerlicherweise gegen Ende die Luft ausgeht. Das ist schade, sollte aber niemanden, der sich nach mitreißend inszenierten und überaus abwechslungsreichen Actionszenen sehnt, vom Kinogang abhalten.

 

Filmplakat: Walt Disney