Black Panther

Black Panther - Walt DisneyEtwas mehr als 50 Jahre nach seinem ersten Auftritt in den Marvel-Comics feiert Black Panther seine Solofilmpremiere. Bereits vor zwei Jahren spielte er im internen Superheldenkampf „Civil War“ eine wichtige Rolle: Nach dem Tod seines Vaters begab sich T‘Challa in eigener Mission auf die Suche nach dem Mörder; am Ende landete Bucky Barnes im künstlichen Tiefschlaf in Wakanda. In jenen fiktiven afrikanischen Staat kehrt der von Chadwick Boseman gespielte T‘Challa nun zurück, um dort die Nachfolge seines Vaters als König anzutreten. Gleichzeitig beschäftigt ihn die Frage, welche Rolle sein Land in der modernen Welt spielen soll. Es ist wohlhabend und verfügt dank reicher Ressourcen über eine extrem fortschrittliche Technologie, präsentiert sich nach außen jedoch als Dritte-Welt-Staat. Unmittelbar nach seiner Krönung bricht T‘Challa gemeinsam mit zwei Kämpferinnen – darunter seine Exfreundin Nakia (Lupita Nyong‘o) – zur Jagd nach dem Waffenschieber Ulysses Klaue (Andy Serkis) auf. Dass die eigentliche Gefahr für ihn, sein Königreich und zahlreiche Menschen in Wakanda selbst lauert, ahnt der Superhelden-Politiker nicht. Wie genau das Unheil seinen Lauf nimmt, soll mit Rücksicht auf die eher unkonventionelle Plot-Entwicklung nicht verraten werden. weiterlesen

 

Filmplakat: Walt Disney

Southpaw

SouthpawBilly Hope (Jake Gyllenhaal) ist ein überaus erfolgreicher Boxer. Einer, der immer nur an Angriff denkt, nie an Verteidigung, und der mit dieser Linie nicht nur unzählige Kämpfe, sondern während der gemeinsamen Zeit im Waisenhaus auch seine spätere Frau gewonnen hat. An einem verhängnisvollen Abend, den er bei einer Spendengala verbringt, reißt seine Glückssträhne jedoch und er verliert alles: geliebte Menschen, sein Vermögen sowie den Glauben an und die Beherrschung über sich selbst. Drehbuchautor Kurt Sutter räumt diesem Niedergang sehr viel Raum ein und „Training Day“-Regisseur Antoine Fuqua bebildert ihn mit großen Gesten. Allein es will nicht so recht zünden. Zu wenig, was unter die Oberfläche des Charakters gehen würde, hat man im knappen ersten Akt über Billy erfahren, um nun die Geduld aufbringen zu können, ihm eine halbe Stunde lang beim Untergang zuschauen zu wollen. Zumal Fuqua und Sutter mit wenig Sinn für Originalität und Dramaturgie die üblichen Stationen eines solchen Lebens, das zu scheitern droht, abklappern. Jede Szene – nicht nur hier, auch im weiteren Filmverlauf – ist beladen mit Bedeutungen und wegweisenden Erkenntnissen oder Rückschlägen. Raum für wirkliche Entwicklung bleibt da nicht und der Zugang zu den Charakteren bleibt versperrt. Was Southpaw dennoch zu einem durchaus ordentlichen Film macht, sind die packend inszenierten Kämpfe und – eng damit verbunden – die starke Vorstellung von Gyllenhaal. Der holt nicht nur körperlich alles aus sich raus, sondern schafft es auch, einem eigentlich farblosen Charakter einiges an Emotionen abzugewinnen. An wirklich intensive Kampfsport- und Charakterfilme wie „Warrior“ oder „Million Dollar Baby“ reicht „Southpaw“ aber nicht annähernd heran.

 

Filmplakat: Tobis