Split

Split - UniversalShyamalan. – Hallo, liest noch jemand weiter? Gut. Vor drei bis vier Jahren hätte es ausgereicht, in einer Rezension den Namen dieses Regisseurs zu erwähnen, um ein verzweifeltes Stöhnen und wütende „Aufhören“-Rufe zu ernten. Mit „Lady in the Water“, „The Happening“, „The Last Airbender“ und „After Earth“ hatte es sich der einstige Regie-Star mit Publikum und Kritik verscherzt. Für manche war der Spaß aber auch schon nach „The Village“ vorbei. Was ich nie nachvollziehen konnte – für mich ist das bis heute Shyamalans bester Film. Bereits mit dem komödiantischen Found-Footage-Horror „The Visit“ beschritt Shyamalan vor etwas mehr als einem Jahr nicht nur ein für ihn ungewohntes Terrain, sondern auch den Weg zu einem Comeback als seriöser Filmemacher. Und nun, was ist mit Split? Schwer zu sagen. Nicht, weil es keine klare Tendenz gäbe – die ist positiv –, sondern weil man den Film eigentlich nicht ansatzweise spoilern möchte. Nur so viel: James McAvoy spielt darin einen Mann mit mehreren Persönlichkeiten, der aus irgendeinem Grund drei junge Frauen entführt. Durchgehend spannend und frei von erzählerischen Schwächen ist das nicht. Aber es ist faszinierend, Stück für Stück zu erfahren, wie diese Persönlichkeitsstörung funktioniert und was sie für das Schicksal der einzelnen Figuren bedeutet. Das allein trägt dank der hervorragenden, vielseitigen Darstellung von McAvoy fast den kompletten Film. Shyamalan wurde und wird ja gerne auf tatsächlich oder vermeintlich überraschende Twists reduziert, die aber eigentlich nie das Wesentliche in seinen auf die Entwicklung der Charaktere fokussierten Filmen waren. So viel kann man wohl verraten: Am Ende von „Split“ passiert etwas, was es in dieser Form in der Filmgeschichte wohl noch nicht gegeben hat. Zusammen mit den anderen Stärken ergibt das ein gelungenes Comeback.

keine Trailer-Einbettung wegen massiver Spoiler

Filmplakat: Universal