Onward

Onward - Walt DisneyEinmal mehr hat Pixar eine phantastische Welt erschaffen, in der nicht Menschen, sondern interessantere Wesen im Mittelpunkt stehen. In Onward sind es mythische Gestalten wie Zentauren und Einhörner. Die jungen Elfenbrüder Ian und Barley begeben sich darin auf einen Roadtrip, um ihren mittels Zauberstab von der Hüfte abwärts mehr oder weniger zum Leben erweckten Vater für einige Stunden wieder vollständig herzustellen. Während die Animationen wie üblich überzeugen, bleiben viele andere Pixar-Qualitäten diesmal auf der Strecke. Richtig aufregend wird es nur zum Schluss – für einen Abenteuerfilm zu wenig. Die Geschichte um den früh verlorenen Vater ist zu oberflächlich, um intensiv berühren zu können. Und die überraschende Botschaft am Ende ist eigentlich wunderschön, wirkt aber aufgesetzt. In einigen arabischen Staaten und Russland darf dieser Film übrigens gar nicht oder nur zensiert erscheinen – weil ein Nebencharakter in einer Randbemerkung andeutet, lesbisch zu sein.

Filmplakat: Walt Disney

Findet Dorie

FindetDorieAch, Pixar. Eigentlich hatten wir uns doch schon wieder versöhnt. Mit „Inside Out“ habt ihr im vergangenen Jahr eine rührend-komische Innovationsbombe abgeliefert, die an goldene Zeiten (2007 bis 2009) erinnerte. Doch nun das: eine Fortsetzung zu „Findet Nemo“, die mit dem Wort „überflüssig“ wohl am Trefflichsten beschrieben ist. Dass zweite oder dritte Teile bei euch nicht grundsätzlich misslingen müssen, habt ihr mit „Toy Story“ bewiesen. Bei Findet Dorie hingegen sind euch die Ideen leider ausgegangen. Einen der wenigen guten Gags – die durch die Alzheimerkrankheit der Protagonistin verursachten Probleme – zieht ihr wie einen Kaugummi durch den gesamten Film. Dass die meisten Kaugummis schon nach wenigen Minuten fad schmecken, hätte euch doch klar sein müssen. Und was ist eigentlich aus eurem ursprünglichen Anliegen geworden, faszinierende und originelle Geschichten mit liebenswürdigen, einzigartigen Charakteren zu erzählen? Statt dies zu tun, erzählt ihr die Story aus dem ersten Teil im Prinzip einfach nochmal und bedient euch dabei billiger Hilfsmittel (allein die regelmäßig und ziemlich random auftauchenden Erinnerungsfetzen treiben Dorie und somit die Handlung voran). Und schließlich: Wer kam eigentlich auf die Idee, das Sequel „Findet Dorie“ zu nennen? Klar wird nach ihr gesucht – im Kern geht’s aber eigentlich darum, dass Dorie diejenige ist, die jemanden finden möchte. Besondere Qualen – dafür könnt ihr wohl wenig – bereitet zudem die Synchronfassung, die mit deutschen „Youtube-Stars“, bairischem Dialekt und der Stimme von Schwimmerin Franzi van Almsick aufwartet – obwohl die Handlung an einer US-amerikanischen Küste spielt. Nun könnte man ja hoffen, dass ihr bald wieder die Kurve kriegt. Aber ein Blick auf zukünftige Projekte bringt rasch Ernüchterung: „Cars 3“ (2017), „Toy Story 4“ (2018) und „Die Unglaublichen 2“ (2019) liest man da. Naja, zumindest der traditionelle Kurzfilm ist mal wieder sehenswert.

 

 

Filmplakat: Walt Disney