Under the Skin

under-the-skin-posterArsch offen, Senator? … war genau das, was sich so ziemlich jeder Cineast dachte, als bekannt wurde, dass der Filmverleih den neuen Film von Jonathan Glazer („Birth“) nur auf DVD herausbringen möchte. Jenen Under the Skin, der beispielsweise in Venedig lief und von manchen Rezensenten in eine Reihe mit „2001“ gestellt wurde. Das mag vielleicht übertrieben sein, aber gelohnt hat sich das Engagement der Facebookseite „Under The Skin im dt. Kino, jetzt“ allemal – denn ihr ist es zu verdanken, dass das mysteriöse SciFi-Drama in zahlreichen Städten zeitgleich zum Heimkinostart auch auf der großen Leinwand zu bewundern ist. Ja, und tatsächlich gehört der Film ins Kino und sonst erstmal nirgendwohin. Scarlett Johansson spielt darin ein männermordendes Alien (oder so), das auf die Erde gekommen ist, um Liebe zu erfahren (oder so). Ob das der eigentliche Inhalt des Films ist und worum es sonst noch gehen könnte, mag jeder Zuschauer für sich selbst entdecken. Kinotauglich ist der fast dialogfreie „Under the Skin“ vor allem wegen seines faszinierenden Soundtracks und seiner innovativen Bilder, die Regisseur Glazer nicht nur, aber vor allem für die „Tötungsszenen“ findet. Wer meint, im Kino schon alles gesehen zu haben, findet in „Under the Skin“ seinen Meister.

 

Filmplakat: Senator

Guardians Of The Galaxy

R_Guardians Of The GalaxyBesser kann man Big-Budget-Kino kaum machen. Das neueste Marvelabenteuer ist witzig (dabei vor allem sehr selbstironisch), actiongeladen, spannend, sieht super aus und hat Charaktere, die in keine Schublade passen. Tolle Mischung aus “Star Wars” und “Firefly” und ein Pflichttermin für jeden Cineasten, besonders in der OV. Was für ein Blockbusterjahrgang!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Filmplakat: Walt Disney

Transformers 4: Age Of Extinction

transformers-age-of-extinction-posterMan mag ja von Michael Bay und seinen Filmen halten was man will, doch worüber wir uns gewiss einigen können, ist, dass der “Armageddon”-Regisseur wahrlich immer wieder neue Kino-Superlative schafft. So ist sein neuer 210 Millionen Dollar Film über kämpfende Superroboter die augenscheinlich gewaltigste Materialschlacht, die es je gab. Hier ist über nicht enden wollende Hundertfünfundsechzig Minuten so viel auf Hochglanz poliert, nur um dann kaputt gemacht zu werden, dass der Film eher 210 Milliarden gekostet zu haben scheint. Absolute Spitzenklasse ist Transformers 4: Age Of Extinction aber auch in der Hinsicht, dass ein bombastisches Actionfeuerwerk noch nie ermüdender, gleichförmiger und langweiliger war als dieses. Das ist sehr schade, weil eine mitreißende Effektshow immerhin hätte darüber hinwegtrösten können, wie be-scheuert und einfallslos Bays sogenannten “menschlichen” Charaktere (gespielt von Mark Wahlberg & Co.) agieren und reden, und wie belanglos die gesamte “Handlung” ist. Die tatsächlichen Protagonisten scheinen hier die Werbepartner zu sein, um deren in Szene gesetzten Produkte sich die “Ereignisse” ranken. Es gehen einem letztlich wirklich die Superlative aus, wenn man versucht ist zu beschreiben, wie unfassbar dämlich, maßlos und schamlos “Transformers 4: Age Of Extinction” ist. Nach dieser von Michael Bay inszenierten [QUOTE] Achterbahnfahrt [/QUOTE] – die effektiv nichts anderes als eine die Sinne abstumpfende, geschmacklose Dauer-werbesendung ist – verspürt man keine erregte Freude, sondern nur einen unwiderstehlichen Würgereiz. Es sei denn, man mochte schon die anderen „Transformers“-Filme. Dann wird man auch den Neuen bestimmt wieder super finden.

 

Filmplakat: Paramount

X-Men: Days Of Future Past (René)

x-men-days-of-future-past-poster2Genau wie Knut empfinde ich den mittlerweile siebten “X-Men”-Film als sehr gelungen. Die Vo-raussetzung ist bei mir allerdings eine andere, da ich den Vorgänger von X-Men: Days Of Future Past, also Matthew Vaughns “Erste Entscheidung”, für eine der schlechtesten Big-Budget-Comicverfilmungen überhaupt halte. Nun ist Bryan Singer zurück auf dem Regiestuhl und macht im Prinzip alles richtig, was Vaughn (dessen “Kick-Ass” ich extrem mochte) verhunzt hat. Die – auch weiterhin recht spärlich eingesetzten – Actionszenen sind spektakulär und spannend inszeniert. Die Kämpfe zwischen den Mutanten und insbesondere der Einsatz ihrer Kräfte haben sehr viel mehr Dynamik und nun auch so etwas wie eine Choreographie (ganz zu schweigen vom sensa-tionellen Auftritt von Quicksilver). Der Ausgang der Story ist nicht von der ersten Minute an ab-sehbar und das Finale des Films ein echter Gänsehautmoment. Und nicht zuletzt haben die Figuren deutlich mehr Tiefe, was dazu führt, dass Schauspieler wie James McAvoy, Michael Fassbender und Jennifer Lawrence nicht mehr total verschenkt werden. Und dann wären da noch die wahrlich furchteinflößenden Sentinels, die im Rahmen eines solchen Mainstreamfilms erstaunlich brutal agieren. Schön, dass Bryan Singer auch “Apokalypse”, den Nachfolger, inszenieren wird – bei ihm ist die Reihe endlich wieder in guten Händen.

DOUBLEREVIEW: Hier geht’s zu Knuts “X-Men: Days Of Future Past”-Review!

 

Filmplakat: 20th Century Fox

X-Men: Days Of Future Past (Knut)

xmen_days_of_future_past_poster1Zu viele um die Aufmerksamkeit des Zuschauers buhlende Charaktere mit Superkräften waren so gut wie immer das Todesurteil für eine Comic-Verfilmung. “Spider-Man 3″ ging (unter anderem) daran kaputt, und auch die alte X-Men Trilogie wurde nicht unbedingt mit steigender Mutantenzahl besser. Bryan Singers neuster Marvel-Spaß X-Men: Days Of Future Past (“X-Men: Zukunft ist Vergangenheit”) knüpft jedoch an Matthew Vaughns “X-Men: First Class” an und stellt ernst zu nehmende Charakterentwicklung in den Vordergrund – was gerade bei einer apokalyptischen Ge-schichte nicht so einfach ist. Da gerade die Schlüsselrollen zudem von echten Charakterdarstellern besetzt sind, denen es erlaubt ist, tatsächlich zu schauspielern, übertrifft diese originelle Zeitreisege-schichte in Sachen Figureneinsatz auf clevere und effektive Art sogar “Marvel’s The Avengers”. Zusammen mit allerlei schicken bis umwerfenden Effekten und zukünftig ikonischen Kampfse-quenzen gerät “X-Men: Days Of Future Past” zu einem hervorragenden Blockbuster, der sehr viel richtig und fast nichts falsch macht.

DOUBLE-REVIEW: Hier geht’s zu Renés “X-Men: Days Of Future Past”-Review!

 

Filmplakat: 20th Century Fox

Snowpiercer

Snowpiercer PosterMit High-Speed rast der letzte Zug der Menschheit durch die eisige Apokalypse, heizt auf einer globalen Schlängelfahrt über die Kontinente und darf nicht stoppen, denn nur wenn der Antrieb niemals still steht, haben die letzten Überlebenden der Menschheit an Bord eine Chance zu über-dauern. Die Passagiere Chris Evans, Tilda Swinton, Jamie Bell, Octavia Spencer, John Hurt, Ko Asung und Ed Harris kämpfen für oder gegen das im Zug etablierte Klassensystem, wie es seit dem Beginn der von den Menschen verschuldeten Eiszeit besteht. Snowpiercer verbaut erschre-ckend unabwegige Perspektiven auf unsere Zivilisation, die Zukunft des Planeten und die Höhen und Tiefen der Menschlichkeit in ein dystopisches Szenario, das oberflächlich betrachtet selbst für Sci-Fi-Verhältnisse zu fantastisch und absonderlich zu sein scheint. Aus dieser vermeintlich unver-einbaren Kombination sowie aus dem unwirklich malerischen Produktionsdesign sprechen die Wurzeln der Comic-Vorlage. “Snowpiercer” gerät so, wenn man denn so will, zu einem postmo-dernen Märchenmeisterwerk mit einer sehr komplexen und ambitionierten Moral, die sich nicht anzumaßen scheint, eindeutig aufgedröselt werden zu können.

 

Filmplakat: MFA