The Midnight Gospel

Worüber spricht man, kurz bevor die Welt untergeht? Zum Glück gibt es auf diese Frage keine eindeutige Antwort, sonst wäre Netflix’ neustes Adult-Cartoon-Experiment ein Kurzfilm und keine Serie geworden. In The Midnight Gospel lässt sich der selbsternannte Spacecaster Clancy, für coolen Content täglich von seinem Multiverse Simulator auf apokalyptische Planeten hochladen, auf denen er jemanden dann solange interviewt, bis diese*r sein apokalyptisches Ende findet. Soweit mitgekommen? Cool!

Die Show ist das gemeinsame Brainchild von Comedian Duncan Trussell („The Duncan Trussell Family Hour“) und Cartoonist Pendleton Ward („Adventure Time“). Trussells spirituell tiefgründige und trotzdem witzige Podcast-Interviews, inspirierten Ward dazu, diese Gespräche mit trippigen, Action-Adventure Cartoons zu kombinieren, um etwas noch witzigeres und schöneres daraus zu machen. Wenn man sich darauf einlässt, kann die Show, wie der Name schon sagt, ein „Gospel“ (eine „gute Nachricht“) am Ende der Welt sein – perfektes Timing also.

Serienplakat: Netflix

The Platform

The Platform - NetflixDas Szenario ist so simpel wie beängstigend: In einem vertikalen Gefängnis mit dutzenden Ebenen teilen sich jeweils zwei Inhaftierte eine Zelle. In der Mitte der Räume klafft ein riesiges Loch, durch das einmal täglich eine Plattform mit Essen von oben nach unten fährt. Wer zuerst dran ist, hat eine große Auswahl; wer weit unten wohnt, bekommt nur noch die Reste – im besten Fall. Genau wie in „Cube“ und ähnlich dystopischen SciFi-Horrorfilmen sollte man in The Platform nicht auf Erklärungen warten. Unter welchen Umständen eine solch menschenverachtende Anstalt entstehen konnte, bleibt bis zum Ende offen. Interessant sind neben der schrittweisen Erkundung des Gebäudes vor allem die Fragen zum Zustand einer Gemeinschaft, in der es um Verteilungskämpfe, Egoismus und Solidarität geht. Leider ruiniert der letzte Akt einen bis dahin gelungenen Film, der nun ins Spirituelle abrutscht und nicht plausibel erklären kann, warum die Charaktere davon überzeugt sind, mit ihren finalen Handlungen den Weg in ein besseres Leben gefunden zu haben.

Filmplakat: Netflix