Buffy: Does it ever get easy? Giles: You mean life? Buffy: Yeah, does it get easy? Giles: What do you want me to say? Buffy: Lie to me. Giles: Yes. It's terribly simple. The good guys are always stalwart and true. The bad guys are easily distinguished by their pointy horns or black hats, and, uh, we always defeat them and save the day. No one ever dies and... everybody lives happily ever after. Buffy: Liar.

Beiträge von René

The Platform

The Platform - NetflixDas Szenario ist so simpel wie beängstigend: In einem vertikalen Gefängnis mit dutzenden Ebenen teilen sich jeweils zwei Inhaftierte eine Zelle. In der Mitte der Räume klafft ein riesiges Loch, durch das einmal täglich eine Plattform mit Essen von oben nach unten fährt. Wer zuerst dran ist, hat eine große Auswahl; wer weit unten wohnt, bekommt nur noch die Reste – im besten Fall. Genau wie in „Cube“ und ähnlich dystopischen SciFi-Horrorfilmen sollte man in The Platform nicht auf Erklärungen warten. Unter welchen Umständen eine solch menschenverachtende Anstalt entstehen konnte, bleibt bis zum Ende offen. Interessant sind neben der schrittweisen Erkundung des Gebäudes vor allem die Fragen zum Zustand einer Gemeinschaft, in der es um Verteilungskämpfe, Egoismus und Solidarität geht. Leider ruiniert der letzte Akt einen bis dahin gelungenen Film, der nun ins Spirituelle abrutscht und nicht plausibel erklären kann, warum die Charaktere davon überzeugt sind, mit ihren finalen Handlungen den Weg in ein besseres Leben gefunden zu haben.

Filmplakat: Netflix

The Lodge

The Lodge - SquareOne EntertainmentRiley Keough ist momentan vielleicht die interessanteste Genre-Darstellerin in den USA. Nachdem sie in „The Discovery“, „It Comes at Night“, „The House That Jack Build“, „Under the Silver Lake“, „Hold the Dark“ und „Earthquake Bird“ noch in eher kleinen Rollen zu sehen war, ist sie nun (gebrochenes) Herz und (krankes) Hirn des Horrordramas The Lodge. Sie ist das Herz, weil sie als Kind eine religiöse Sekte überlebt hat, noch immer mit diesem Trauma kämpft und von den Kindern ihres Verlobten nicht als baldige Stiefmutter akzeptiert wird. Und sie ist das Hirn, weil wir die Isolation einer verschneiten und von der Außenwelt abgetrennten Hütte im Wald größtenteils aus ihrer Perspektive erleben (müssen) und immer wieder daran zweifeln, dass das, was wir sehen, wirklich passiert. „The Lodge“ ist psychisch grausam, architektonisch entstellt und unheimlich atmosphärisch. Manchmal wären aber etwas mehr Handlung und ein paar weniger Wiederholungen sich ähnelnder Albtraumbilder sinnvoll gewesen, um die Spannung durchgängig oben zu halten.

Filmplakat: SquareOne Entertainment

Onward

Onward - Walt DisneyEinmal mehr hat Pixar eine phantastische Welt erschaffen, in der nicht Menschen, sondern interessantere Wesen im Mittelpunkt stehen. In Onward sind es mythische Gestalten wie Zentauren und Einhörner. Die jungen Elfenbrüder Ian und Barley begeben sich darin auf einen Roadtrip, um ihren mittels Zauberstab von der Hüfte abwärts mehr oder weniger zum Leben erweckten Vater für einige Stunden wieder vollständig herzustellen. Während die Animationen wie üblich überzeugen, bleiben viele andere Pixar-Qualitäten diesmal auf der Strecke. Richtig aufregend wird es nur zum Schluss – für einen Abenteuerfilm zu wenig. Die Geschichte um den früh verlorenen Vater ist zu oberflächlich, um intensiv berühren zu können. Und die überraschende Botschaft am Ende ist eigentlich wunderschön, wirkt aber aufgesetzt. In einigen arabischen Staaten und Russland darf dieser Film übrigens gar nicht oder nur zensiert erscheinen – weil ein Nebencharakter in einer Randbemerkung andeutet, lesbisch zu sein.

Filmplakat: Walt Disney

Jojo Rabbit

Jojo Rabbit - 20th Century FoxDass man über Hitler lachen darf, ist vermutlich Konsens. Doch darf man auch mit Hitler lachen? Taika Waititi verlangt in seiner Tragikomödie Jojo Rabbit von seinen Zuschauer*innen offenbar genau das. Ein 10-Jähriger, der in der Hitlerjugend aktiv ist, imaginiert sich darin den „Führer“ als freundlichen Begleiter, der gute Ratschläge erteilt. In dieser Funktion wirkt Hitler zumindest zu Beginn – nun ja – sympathisch. Aber es ist eben keine an Fakten orientierte Darstellung des Obernazis, über die man lacht, sondern die von NS-Propaganda geprägte Vorstellung eines Kindes. Abseits der vielen Nazi-Absurditäten ist der Ton häufig sehr ernst. Die von Scarlett Johansson gespielte Mutter versteckt eine junge Jüdin. Nachdem der Junge sie entdeckt, handeln viele Gespräche von Antisemitismus, Vernichtung und Widerstand, aber auch von Freundschaft und Liebe. Eine besonders harte Szene im letzten Drittel vernichtet jegliche Leichtigkeit, die bis dahin noch vorhanden war. Danach bringt Waititi seinen Film etwas zu konventionell zu Ende.

Filmplakat: 20th Century Fox

Bombshell

Bombshell - Wild BunchRoger Ailes war ein Schwergewicht, sowohl körperlich als auch medial und politisch. Er gründete einst den erzkonservativen Nachrichtensender Fox News, der in den USA so viele Zuschauer*innen erreicht wie kein anderer und Donald Trump ins Präsidentenamt verhalf. Ailes selbst benahm sich offenbar so, wie man es von einem Unterstützer eines misogynen Politikers erwarten darf: Er belästigte Mitarbeiterinnen sexuell und verlangte Blowjobs für Jobs in seinem Sender. In Bombshell geht es um jene Tage, in denen die Betroffenen ihn stürzten, indem sie seine größte Waffe gegen ihn verwendeten: die Öffentlichkeit. Überzeugend sind vor allem die Hauptdarstellerinnen Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie. Darüber hinaus ist es die Thematik selbst, die dafür sorgt, dass der Film als wütende Anklage gegen Ailes und ein von widerlichen Männern beherrschtes System funktioniert. Übrigens: 2018 führte Buzzfeed eine Umfrage unter deutschen Journalistinnen durch – 80 Frauen gaben an, während ihrer Arbeit sexuell belästigt worden zu sein.

Filmplakat: Wild Bunch

Little Women

Little Women - SonyManchmal möchte man einen Film unbedingt mögen. Aber manchmal merkt man schnell, dass das wohl nicht passieren wird. Und manchmal täuscht der erste Eindruck. Little Women entwickelt sich von einer kitschigen Liebesgeschichte zu einem in seinen besten Momenten herzzerreißenden Coming-of-Age-Film, in dem die romantischen Gefühle der Protagonist*innen immer in einem Kontext stehen: zu Lebensentwürfen, Rollenerwartungen und persönlichen Tragödien. Während andere Filme häufig nicht glaubhaft darstellen können, warum sich Personen in andere Personen verlieben, nicht verlieben oder erst später verlieben, wirkt das, was die Figuren hier preisgeben, wenn sie offen über ihre Gefühle reden, absolut plausibel. Bemerkenswert ist auch, wie Greta Gerwig es schafft, mit wenigen Dialogzeilen selbst Nebencharakteren intime Details zu entlocken. „Little Women“ ist ein Film, in dem man auch als Ü30-Mann, der 150 Jahre später in komplett anderen Verhältnissen lebt, etwas über sich selbst erfahren kann.

Filmplakat: Sony Pictures

Shadow

Shadow - ConstantinWenn man großartige Farbenspektakel wie „House of Flying Daggers“ gesehen hat, ist es einerseits schwer und andererseits leicht zu glauben, dass Shadow ebenfalls von Zhang Yimou stammt. Erneut ist die Farbgestaltung eine Wucht; nur ist es diesmal eben kein bunter Bilderreigen, sondern ein trostloses Grau, das auf Bergen, im Regen und an den Gebäuden und Figuren dominiert. Lediglich die Farbe der Haut und das Blut, das diese Haut in großen Mengen verlässt, bilden Ausnahmen. Beeindruckend sind auch in diesem Martial-Arts-Film die Kämpfe, die gewohnt brachial und elegant zugleich daherkommen, aber leider nur wenig Raum einnehmen. Als Entschädigung hat sich Yimou einige Kampftechniken einfallen lassen, die zumindest in westlichen Kinosälen wohl noch nicht zu sehen waren. Eher konventionell ist hingegen die Story über Krieg, Liebe und Verrat ausgefallen. Da helfen auch die leidenschaftlichen Momente und vielen Wendungen nur wenig.

Filmplakat: Constantin