Dark Movies – Roundup 4: Juni-Dezember 2015

Runde 4: Besinnliches zum Fest

Ja, im Gegensatz zu vielen Charakteren, die in den vorgestellten Filmen auftauchen, ist die „Dark Movies“-Rubrik noch am Leben. Nachdem sich der Podcast eine mehrmonatige Pause gegönnt hat, ist es nur fair, wenn anderen Kategorien dies ebenso zusteht. Runde 4 umfasst deshalb den sehr großen Zeitraum von Juni bis Dezember 2015, belässt es aber ganz knackig bei fünf – sehr(!) unterschiedlichen – Genrefilmen, von denen immerhin mehr als die Hälfte sehenswert ist. Diesmal werfen wir einen Blick auf alternde Stars vor und hinter der Kamera (die nur teilweise Lust auf Neues machen) sowie Entdeckungen, die Großes versprechen.

 

 

Platz 5: DJINN

(IMDb)

Djinn_PlakatHorror, VAE 2013, 79 Minuten, FSK 16

 

Cast & Crew

Regie: Tobe Hooper („The Texas Chainsaw Massacre“)
Drehbuch: David Tully
Darsteller: Razane Jammal, Khalid Laith

 

Inhalt

Nach einem tragischen Verlust kehrt ein Paar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in seine Heimat zurück. Kaum im Hotel angekommen, nehmen die bösen Geister auch schon Kontakt auf.

 

Kritik

Djinn_FotoEs ist eine durchaus spannende Idee, einen Horrorfilm mal im arabischen Raum spielen zu lassen. Dass man von der Location nur wenig mitbekommt, weil der komplette Film quasi in einem Hotel spielt, ist deshalb schade – aber auch mit Abstand das kleinste Problem an „Djinn“. Die Charaktere bleiben komplett an der Oberfläche, weshalb einem ihr Schicksal vollkommen egal ist. Die grausigen Dialoge und miserablen Schauspieler tragen ihr Übriges dazu bei. So kommt es schon mal vor, dass Hauptdarstellerin Razane Jammal inmitten einer Terrorszene ein Grinsen ins Gesicht huscht. Auch verhalten sich die Figuren nicht plausibel – wer gerade von unerklärlichen Phänomenen heimgesucht wird, sollte doch zumindest mal auf die Idee kommen, sein Zimmer zu verlassen. Die vermeintlichen Grusel- und Schockmomente sind allesamt zusammengeklaut, aber eigentlich auch völlig egal, da sowieso alles über Jump Scares und penetrant-laute Musik abläuft. Worauf die Story abzielt, ist bereits nach zehn Minuten klar. Das alles wäre noch auszuhalten, wenn der Film gelegentlich spannend und visuell reizvoll wäre. Aber dieses langweilige Hotel mit seinen lächerlichen Djinn-Geistern hat außer einigen hilflosen Kameraperspektiven nichts zu bieten. Soll das wirklich das Werk eines einstigen Genre-Veteranen sein?

 

Fazit

Pro: Horrorfilm im arabischen Raum – grundsätzlich eine nette Abwechslung
Contra: langweilig, einfallslos, hässlich

 

Don’t look at this!

 

 

Platz 4: COOTIES

(IMDb)

Cooties_PlakatSchwarze Komödie, USA 2014, 85 Minuten, FSK 16

 

Cast & Crew

Regie: Jonathan Milott, Cary Murnion
Drehbuch: Leigh Whannell („Saw“, „Insidious“), Ian Brennan („Glee“, „Scream Queens“), Josh C. Waller („Raze“)
Darsteller: Elijah Wood, Rainn Wilson („The Office“), Alison Pill („The Newsroom“)

 

Inhalt

Selbst für Kinder ein unübliches Verhalten: An einer Grundschule in den USA werden die Lehrer aufgefressen.

 

Kritik

Cooties_FotoDas Spielfilmdebüt von Jonathan Milott und Cary Murnion kommt wie die Antwort auf Robert Rodriguez’ „The Faculty“ daher: Diesmal sind es jedoch nicht die Lehrer, die ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, sondern die Schüler. Weil einem Mädchen das Essen nicht so gut bekommen ist, fängt es an, an anderen Kindern herumzuknabbern, die selbiges wiederum mit weiteren Artgenossen tun. Nach kurzer Zeit bleibt nur noch ein halbes Dutzend mehr oder weniger verpeilter Lehrer übrig, die sich im Schulgebäude verschanzen. Das ist vor allem im ersten Akt durchaus witzig, weist später jedoch verschiedenste Mängel auf: Die Gore- und Kampfszenen sind schludrig inszeniert, der Humor wirkt zunehmend unentschlossen sowie von anderen Filmen kopiert und – besonders schlimm – man fängt sogar noch damit an, das alles ernst zu nehmen und eine Lovestory zu erzählen. Am Ende bleibt nicht viel mehr als eine Idee mit Potential, welches jedoch zu selten ausgeschöpft wird.

 

Fazit

Pro: einige witzige Momente, gute Darsteller
Contra: recht einfallslos, lahme Regie, nimmt sich streckenweise zu ernst

 

Bedingt sehenswert.

 

 

Platz 3: MAGGIE

(IMDb)

Maggie_PlakatZombie-Drama, USA/Schweiz 2015, 93 Minuten, FSK 16

 

Cast & Crew

Regie: Henry Hobson
Drehbuch: John Scott 3
Darsteller: Abigail Breslin („Little Miss Sunshine“, „Scream Queens“), Arnold Schwarzenegger, Joely Richardson (Julia McNamara in „Nip/Tuck“)

 

Inhalt

Die jugendliche Maggie hat nur noch wenige Wochen zu leben. Danach verwandelt sie sich in das, was wir gemeinhin als Zombie bezeichnen.

 

Kritik

Maggie_FotoAls vor zweieinhalb Jahren bekannt wurde, dass Arnold Schwarzenegger in einem Zombiefilm mitspielen würde, hatte wohl kaum jemand erwartet, dass dies in einem ruhigen, fast splatterfreiem Drama enden würde. Denn genau das ist „Maggie“. Hier geht es nicht um blutige Kopfschüsse oder nackten Überlebenskampf. Maggie hat diesen Kampf bereits verloren. Für sie und ihre Familie geht es nur noch darum, ihr einen würdigen Abschied zu bereiten und sie bei der grausamen Metamorphose nicht allein zu lassen – was insbesondere ihrer Mutter schwer fällt. Ihr Vater, gespielt von Arnie in einer Nebenrolle, unternimmt derweil alles, um zu verhindern, dass Maggie wie vorgeschrieben auf eine spezielle Sterbestation verlegt wird, wo sich die Infizierten gerüchteweise selbst auffressen. Auch wenn die Charaktere ziemlich an der Oberfläche bleiben und das Ende arg einfallslos wirkt, besitzt die Geschichte an sich genügend Kraft, um einigermaßen zu fesseln. Wenn Maggie unaufhaltsam an Menschlichkeit verliert, lässt dies nicht kalt.

 

Fazit

Pro: gute Darstellerleistungen, Zombiefilm mit ungewohntem Blickwinkel
Contra: recht oberflächlich und vorhersehbar

 

Sehenswert.

 

 

Platz 2: FREQUENCIES

(IMDb)

Frequencies_PlakatMystery-Romanze, Australien/Großbritannien 2013, 105 Minuten, FSK 6

 

Cast & Crew

Regie/Drehbuch: Darren Paul Fisher
Darsteller: Eleanor Wyld, Daniel Fraser

 

Inhalt

Liebe ist Mathematik. Und weil das so ist, können Zak und Marie nicht zusammensein. Eigentlich. Denn Zak findet einen Weg, die Natur auszutricksen.

 

Kritik

Frequencies_FotoIn der Welt von Zak und Marie besitzen Menschen eine scheinbar unveränderbare Frequenz. Ist diese besonders hoch, senden sie unsichtbare Signale ins Hirn der anderen Menschen, die diese nach ihrer Pfeife tanzen lassen. Gleichzeitig sind sie jedoch frei von Emotionen. Marie ist ein solcher Mensch. Zak ist das Gegenteil, hat eine niedrige Frequenz, ist hochemotional, aber durchsetzungsschwach. Wenn beide mehr als eine Minute miteinander verbringen, wehrt sich die Natur. „Frequencies“ ist einer dieser Filme, dessen Prämisse man akzeptieren muss, um Freude daran zu haben. Schafft man dies, bekommt man zum Lohn eine originelle Romanze, die die kompliziertesten (zwischen)menschlichen Empfindungen auf faszinierende Weise auf ein paar nackte Zahlen herunterbricht und Fragen nach freiem Willen und vorherbestimmtem Schicksal stellt.

 

Fazit

Pro: originelle Idee und Bildsprache, authentische Charaktere, faszinierende Überlegungen
Contra: durchschnittliche Schauspieler, etwas unausgegorener letzter Akt

 

Sehenswert.

 

 

Platz 1: BACKCOUNTRY

(IMDb)

Backcountry_PlakatSurvival-Thriller, Kanada 2014, 91 Minuten, FSK 16

 

Cast & Crew

Regie/Drehbuch: Adam MacDonald
Darsteller: Missy Peregrym, Jeff Roop

 

Inhalt

Ein junges Paar möchte dem hektischen Stadtleben für einige Tage entfliehen und bricht zu einer Wandertour in die kanadische Wildnis auf. Alex kennt sich in der Gegend eigentlich aus, dennoch geht einiges schief. Bald kämpfen sie ums nackte Überleben.

 

Kritik

Backcountry_FotoAdam MacDonalds Spielfilmdebüt „Backcountry“ ist in vielerlei Hinsicht sehr reduziert. Nur wenige Personen spielen darin eine Rolle, Musik kommt nur spärlich zum Einsatz und in der ersten Hälfte interessiert er sich weniger für den Horror in den Wäldern als vielmehr für seine Figuren und einige Andeutungen. Jenn und Alex wirken authentisch; man wird also Anteil an ihrem Schicksal nehmen, wie auch immer dieses aussieht. Wer oder was genau den Beiden zusetzen wird, bleibt lange offen: Es könnte die unheimliche Bekanntschaft sein, die sie verfolgt. Sie könnten sich verirren. Oder ein nichtmenschliches Wesen könnte Jagd auf sie machen. Alle Varianten werden angedeutet. Aus dem Ungewissen entsteht eine unterschwellige Grundspannung. In möglichen Schlüsselszenen versteht es MacDonald, durch das Spiel mit Farben und Schatten Stimmung zu erzeugen. Wenn es dann schließlich richtig ans Eingemachte geht, ist dies so effektiv und intensiv dargestellt, dass man für den Rest des Films gefesselt am Ball bleibt. MacDonald ist mit „Backcountry“ ein fieser Erstling gelungen.

 

Fazit

Pro: authentische Charaktere, spannende Momente, teilweise stimmungsvoll und intensiv bebildert, gute Spannungskurve
Contra: konventionelle Handlung, mittelmäßige Darsteller

 

Sehenswert.

Trailer spoilert zu viel, deshalb keine Verlinkung

 

Die Rechte für die Bilder liegen bei Ascot Elite („Djinn“ und „Frequencies“), Edel Germany („Backcountry“), Universal („Cooties“) und Splendid („Maggie“). Wir bedanken uns für die Bereitstellung von Rezensionsexemplaren.

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