Dark Movies – Roundup 5: Januar-Juni 2016

 

Platz 3: DEATHGASM

(IMDb)

Deathgasm_PlakatSplatter-Komödie, Neuseeland 2015, 83 Minuten, FSK 18

 

Cast & Crew

Regie/Drehbuch: Jason Lei Howden
Darsteller: Milo Cawthorne, Kimberley Crossman

 

Inhalt

Vier junge Kleinstadt-Musiker treten den Beweis an, dass Heavy Metal tatsächlich die Musik des Teufels ist, indem sie mithilfe eines Liedes böse Dämonen beschwören.

 

Kritik

DeathgasmAls Außenseiter an seiner neuen Schule hat Hauptfigur Brodie schnell die Sympathien des Zuschauers auf seiner Seite. Gut so, denn sonst hätte man ihm vielleicht kaum verziehen, dass er später aus Ego-Gründen maßgeblich die Herbeirufung mordender Kreaturen verschuldet. Im Prinzip ist es aber auch egal, da „Deathgasm“ zuallererst eine – sehr blutige – Komödie ist, die in zahlreichen Szenen bekannte Vorbilder wie „Evil Dead“ oder „Braindead“ zitiert – was manchmal ein bisschen einfallslos wirkt. Auch nicht so schön ist, dass diverse Streitigkeiten innerhalb der ums Überleben kämpfenden Gruppe gelegentlich mit zu viel Ernst vorgetragen werden. Was nicht funktionieren kann, wenn die Charaktere zwar für simplen Splatter-Fun taugen, aber garantiert nicht für mehr. Den wiederum gibt’s glücklicherweise in angenehmer Dosierung und mit mal mehr, mal weniger originellen oder bizarren Auswüchsen.

 

Fazit

Pro: überzeugendes Setting, zahlreiche humorvolle Splatter-Einlagen
Contra: manchmal zu ernst, zeigt gelegentlich ein fragwürdiges Frauenbild

 

Sehenswert.

 

 

Platz 2: BONE TOMAHAWK

(IMDb)

BoneTomahawk_PlakatWestern, USA 2015, 132 Minuten, FSK 18

 

Cast & Crew

Regie/Drehbuch: S. Craig Zahler
Darsteller: Kurt Russell, Patrick Wilson („Conjuring“, „Insidious“), Matthew Fox („Lost“), Richard Jenkins

 

Inhalt

Vier höchst unterschiedliche Männer im Wilden Westen brechen zu einer wagemutigen Befreiungsaktion auf.

 

Kritik

BoneTomahawkFür Kurt Russell läuft es gerade richtig gut. Nachdem die einstige „Klapperschlange“ fast zehn Jahre lang völlig in der Versenkung verschwunden war, tragen seine aktuellen Projekte Titel wie „Fast & Furious“, „The Hateful 8“ oder „Guardians of the Galaxy 2“. Das muss im Einzelfall nicht automatisch Qualität bedeuten, doch so präsent wie heute war der mittlerweile 65-Jährige selten zuvor. Der Low-Budget-Western „Bone Tomahawk“ zeigt ihn an der Seite einiger namhafter Darsteller und wird zwar deutlich unter der Aufmerksamkeitsschwelle der anderen Produktionen laufen, lässt ihn aber in einer zurückgenommenen Rolle als Kleinstadt-Sheriff überzeugen. Abgesehen von der Schauspielerei liegt die Stärke des Genrefilms in harten Auseinandersetzungen mit den Entführern und anderen tatsächlichen oder vermeintlichen Feinden, gegensätzlichen Charakteren sowie – fast obligatorisch – hübschen Bildern der elendig weiten Ödnis. Durch das eine oder andere Detail hebt sich „Bone Tomahawk“ zudem von anderen Western ab. Dass er insgesamt kaum Neues bietet, ist zu verschmerzen.

 

Fazit

Pro: starke Darsteller, harte Kämpfe, schöne Landschaften
Contra: wenig originell

 

Sehenswert.

 

 

Platz 1: WE ARE STILL HERE

(IMDb)

WeAreStillHere_PlakatGeisterhaus-Horror, USA 2015, 80 Minuten, FSK 16

 

Cast & Crew

Regie/Drehbuch: Ted Geoghegan
Darsteller: Barbara Crampton, Andrew Sensenig

 

Inhalt

Nach dem Tod ihres Sohnes zieht es ein Paar in ein Haus nahe New York. Dort bekommen sie es mit offenbar rachsüchtigen Geistern zu tun.

 

Kritik

WeAreStillHereBesser kann man es kaum auf den Punkt bringen: Nach gut fünf Minuten verlässt die Kamera die beiden Protagonisten, fährt duchs Haus und wird Zeuge eines offenbar unnatürlichen Windstoßes, der ein Erinnerungsfoto zum Umfallen bringt. Schnitt, Titelschriftzug, „We Are Still Here“ – alles klar. Ähnlich stilsicher wie in dieser Eröffnung erweist sich die Geisterhaus-Story von Ted Geoghegan auch im weiteren Verlauf und findet immer wieder eine gelungene Mischung aus Andeutungen, misstrauischen Blicken und purem Schrecken. Die überzeugenden Darsteller sorgen für die nötige Glaubwürdigkeit. So unkonventionell wie die Einführung ist schließlich auch der spätere Verlauf des Films, der sowohl im Subgenre als auch im Tonfall deutlich wandelt. Dass insbesondere ein Spielfilmdebütant wie Geoghegan das so reibungslos und clever hinbekommt, lässt auf eine ganz große Zukunft hoffen.

 

Fazit

Pro: clever, unkonventionell, stark gespielt
Contra: mancher Twist wirkt etwas holprig

 

Sehenswert.

 

Für die Bereitstellung von Rezensionsexemplaren und Bildmaterial möchten wir uns ganz herzlich bei der OFDb, public insight und Constantin Film bedanken.

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