Ben Hur

Ben HurWenn von „Ben Hur“ die Rede ist, dann ging es bislang immer um ein Stück Filmgeschichte. Die Macher des Kurzfilms von 1907 mussten sich wegen einer Urheberrechtsverletzung verantworten, die Version von 1925 entspringt der frühen Farbfilm-Ära und das dreieinhalbstündige Mammutwerk von 1959 wurde mit elf Oscars prämiert. Nun hat Timur Bekmambetov („Wächter der Nacht“, „Wanted“) den Stoff aus dem 19. Jahrhundert erneut auf die Leinwand gebracht. Doch im Gegensatz zu den großen Vorbildern wird man seine Verfilmung wohl schon in wenigen Jahren vergessen haben. Mit Ausnahme einer etwa 20-minütigen Seeschlacht von beeindruckender Intensität bietet der neue Ben Hur allenfalls Durchschnittskost. Insbesondere zu Beginn und gegen Ende bietet er aber nicht einmal das. Davon abgesehen, dass die Geschichte zu Beginn nicht sonderlich spannend ist, nervt vor allem die andauernde musikalische Begleitung, der jede Subtilität abgeht. Und während die Vorbereitungen auf das finale Wagenrennen halbwegs interessant erzählt sind, muss der Höhepunkt selbst als Enttäuschung betrachtet werden. Zwar fliegen die Fahrzeuge auf spektakuläre Weise durch die Gegend – spannend ist das Geschehen aber nicht. Es gelingt nicht, ein Gespür dafür zu vermitteln, wessen Chancen auf den Sieg gerade wie gut oder schlecht sind und was es braucht, um einen Rückstand wieder aufzuholen. Stattdessen befinden sich zwei Kontrahenten, die eben noch weit voneinander getrennt waren, plötzlich Rad an Rad, ohne dass man nachvollziehen könnte, wie der Rückstand aufgeholt werden konnte. Auch warum das eine Fahrzeug buchstäblich in die Luft fliegt, während das andere selbst härteste Angriffe übersteht, wird nicht erklärt. Das Schlimmste am Film sind jedoch die finalen Minuten, die eine mit religiösem Pathos angereicherte Versöhnungsgeschichte erzählen. Das mag auf das Ausgangsmaterial zurückzuführen sein – erträglicher wird es dadurch aber auch nicht.

 

 

Filmplakat: Paramount

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