Isi & Ossi

IsiOssi - NetflixSich über alle Gruppen gleichermaßen lustig machen zu wollen, ist häufig nur eine misslungene Rechtfertigung für rassistische und sexistische Witze. Und dass die deutsche Liebeskomödie Isi & Ossi diskriminierende Sprache massenhaft reproduziert, ist diskussionswürdig. Doch Regisseur und Autor Oliver Kienle („Bad Banks“) macht sich nicht über gesellschaftliche (Rand-)Gruppen lustig, sondern über die sie betreffenden Klischees – zumindest habe ich es so empfunden. Das deutsche Feuilleton verachtet diesen Film; vielleicht auch deshalb, weil Kienle die Klischees nicht ironisch bricht, um damit zu zeigen, dass er selbst natürlich zum Bildungsbürgertum gehört. Hinter all den albernen und derben Zoten versteckt sich ein liebevoller, manchmal sogar romantischer Film. Und die beiden Hauptdarsteller*innen Lisa Vicari und Dennis Mojen sind eine Wucht. Wer sich vorstellen kann, im passenden Kontext über Sätze wie „Kannst du mich bitte richtig asozial küssen?“ und „Der kann Gedanken lesen … der hat Abitur, der Spast“ zu lachen, dürfte viel Freude damit haben.

Filmplakat: Netflix

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