Nebraska

nebraska.posterDer wenig überraschend sechs Mal für den Academy Award 2014 nominierte Nebraska zählt zu den sogenannten Oscar-Bait-Filmen, weil es darin um echte Probleme von quasi echten Menschen mit viel Emotionen geht. Sowas findet so mancher Kinogänger doof, weil auch hier wie in den meisten Filmen von Alexander Payne (wie “Sideways” und “The Descendants”) keine echte Spannung aufkommt, keine nennenswerten Spezial-Effekte vorhanden sind und es um nichts Großes geht. Und tatsächlich ist “Nebraska” sehr langatmig und erdrückt förmlich mit der Langweiligkeit des Lebens im ländlichen Herzen der USA, sowie mit der Langweiligkeit des Alters. Doch ist das vielleicht der ehrlichste, authentischte und fairste Blick, denn man darauf werfen kann. Der demenzkranke Woody glaubt fest daran, dass die auf einem billigen Magazin-Werbe-Prospekt versprochene Million echt ist, und will unbedingt nach Lincoln, Nebraska, um seinen Gewinn einzu-streichen. Seine zwei Söhne und seine Frau helfen ihm widerwillig und gegen besseres Wissen da-bei, und auf dem Weg dahin lernen wir noch Woodys Heimatstadt und Familie kennen, die plötz-lich total an ihm interessiert sind, als sie von seinem vermeintlichen Gewinn erfahren. So eine Ge-schichte, die durchaus hier und da Schmunzler beschert, braucht Geduld und einen langen Atem, vom Filmemacher wie vom Zuschauer. Er ist in Schwarz-weiß, weil vielleicht so die eigentlich vielseitige Welt so trostlos aussieht, wie sie von Woody empfunden wird, und weil so zugleich das hässliche dieser Welt etwas hübscher und reiner wirkt, weniger kompliziert und schmerzlich.

 

Filmplakat: Paramount

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