Southpaw

SouthpawBilly Hope (Jake Gyllenhaal) ist ein überaus erfolgreicher Boxer. Einer, der immer nur an Angriff denkt, nie an Verteidigung, und der mit dieser Linie nicht nur unzählige Kämpfe, sondern während der gemeinsamen Zeit im Waisenhaus auch seine spätere Frau gewonnen hat. An einem verhängnisvollen Abend, den er bei einer Spendengala verbringt, reißt seine Glückssträhne jedoch und er verliert alles: geliebte Menschen, sein Vermögen sowie den Glauben an und die Beherrschung über sich selbst. Drehbuchautor Kurt Sutter räumt diesem Niedergang sehr viel Raum ein und „Training Day“-Regisseur Antoine Fuqua bebildert ihn mit großen Gesten. Allein es will nicht so recht zünden. Zu wenig, was unter die Oberfläche des Charakters gehen würde, hat man im knappen ersten Akt über Billy erfahren, um nun die Geduld aufbringen zu können, ihm eine halbe Stunde lang beim Untergang zuschauen zu wollen. Zumal Fuqua und Sutter mit wenig Sinn für Originalität und Dramaturgie die üblichen Stationen eines solchen Lebens, das zu scheitern droht, abklappern. Jede Szene – nicht nur hier, auch im weiteren Filmverlauf – ist beladen mit Bedeutungen und wegweisenden Erkenntnissen oder Rückschlägen. Raum für wirkliche Entwicklung bleibt da nicht und der Zugang zu den Charakteren bleibt versperrt. Was Southpaw dennoch zu einem durchaus ordentlichen Film macht, sind die packend inszenierten Kämpfe und – eng damit verbunden – die starke Vorstellung von Gyllenhaal. Der holt nicht nur körperlich alles aus sich raus, sondern schafft es auch, einem eigentlich farblosen Charakter einiges an Emotionen abzugewinnen. An wirklich intensive Kampfsport- und Charakterfilme wie „Warrior“ oder „Million Dollar Baby“ reicht „Southpaw“ aber nicht annähernd heran.

 

Filmplakat: Tobis

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