Black Panther

Black Panther - Walt DisneyEtwas mehr als 50 Jahre nach seinem ersten Auftritt in den Marvel-Comics feiert Black Panther seine Solofilmpremiere. Bereits vor zwei Jahren spielte er im internen Superheldenkampf „Civil War“ eine wichtige Rolle: Nach dem Tod seines Vaters begab sich T‘Challa in eigener Mission auf die Suche nach dem Mörder; am Ende landete Bucky Barnes im künstlichen Tiefschlaf in Wakanda. In jenen fiktiven afrikanischen Staat kehrt der von Chadwick Boseman gespielte T‘Challa nun zurück, um dort die Nachfolge seines Vaters als König anzutreten. Gleichzeitig beschäftigt ihn die Frage, welche Rolle sein Land in der modernen Welt spielen soll. Es ist wohlhabend und verfügt dank reicher Ressourcen über eine extrem fortschrittliche Technologie, präsentiert sich nach außen jedoch als Dritte-Welt-Staat. Unmittelbar nach seiner Krönung bricht T‘Challa gemeinsam mit zwei Kämpferinnen – darunter seine Exfreundin Nakia (Lupita Nyong‘o) – zur Jagd nach dem Waffenschieber Ulysses Klaue (Andy Serkis) auf. Dass die eigentliche Gefahr für ihn, sein Königreich und zahlreiche Menschen in Wakanda selbst lauert, ahnt der Superhelden-Politiker nicht. Wie genau das Unheil seinen Lauf nimmt, soll mit Rücksicht auf die eher unkonventionelle Plot-Entwicklung nicht verraten werden. weiterlesen

 

Filmplakat: Walt Disney

Batman v Superman

BatmanvSupermanBatman ist richtig schlecht gelaunt. Nicht nur so ein bisschen „Wäääh, meine Eltern sind tot“-schlecht-gelaunt, sondern dermaßen angepisst, dass er den wohl stärksten Helden des Universums umlegen möchte: Superman. Warum Batman so drauf ist? Keine Ahnung. Gut, die finale Häuserschlacht in „Man of Steel“ hat einigen Bekannten das Leben gekostet. Aber dafür Superman verantwortlich zu machen, wäre doch etwas arg verkürzt nachgedacht, oder? Leider passiert genau das in Zack Snyders neuer DC-Verfilmung Batman v Superman. Ein einziger Satz des Fledermausmannes bringt das gesamte Dilemma auf den Punkt: „If we believe there’s even a one percent chance that he is our enemy we have to take it as an absolute certainty… and we have to destroy him.“ So simpel wie es die Gedanken des offenbar von George W. Bush inspirierten Superhelden sind, ist der gesamte Film gestrickt. Weil die Motivation für den zentralen Konflikt nicht plausibel gemacht wird, hängt „Batman v Superman“ dramaturgisch von der ersten bis zur letzten Minute in der Luft. Lex Luthor ist eine nervige Witzfigur und wäre Endgegner „Doomsday“ ohne Erklärung vom Himmel gefallen – es hätte weniger konstruiert gewirkt als das, was uns der Film stattdessen anbietet. Apropos Konstruktion: Die ganze Verzweiflung, mit der man dem Marvel Cinematic Universe nacheifert, drückt sich in einer besonders erbärmlichen Szene aus: Auch die weiteren Mitglieder der Justice League werden in das Filmuniversum eingeführt – als kleine Videoschnipsel in einem E-Mail-Anhang. Es ist zwar nicht auszuschließen, dass einzelne Filme gelingen werden (so inszeniert James Wan den „Aquaman“) – das DC-Projekt als Ganzes scheint aber jetzt schon gescheitert. Da wirkt das „Fant4stic“-Desaster im direkten Vergleich fast schon sympathisch und bescheiden.

 

 

Filmplakat: Warner Bros

Captain America 2

FirstAvengerOkay, scheiß auf den “deutschen” Titel. Captain America 2 eröffnet die Blockbuster-Saison mit einem ziemlich beeindruckenden Schlag in die Actionfresse. Was im amerikanischen Kino bislang eigentlich bloß Paul Greengrass in seinen “Bourne”-Filmen geschafft hat, nämlich hektische Kamera und wirklich spürbare Schläge-Tritte-Explosionen miteinander zu vereinen, gelingt nun auch den Brüdern Russo. Schon lange nicht mehr hat das US-Kino solch dynamische, spannende und top choreographierte Action gezeigt. Und als wäre das allein nicht schon geil genug, erzählt Captain America 2 sogar noch eine wendungsreiche Story, die wie die selbstkritische amerikanische Antwort auf die NSA-Datensammelwut wirkt und einen ur-patriotischen Superhelden glaubwürdig ins 21. Jahrhundert katapultiert. Eigentlich ein ganz großer Film. Dem bedauerlicherweise gegen Ende die Luft ausgeht. Das ist schade, sollte aber niemanden, der sich nach mitreißend inszenierten und überaus abwechslungsreichen Actionszenen sehnt, vom Kinogang abhalten.

 

Filmplakat: Walt Disney