Star Wars: Die letzten Jedi

StarWars8Nach anderthalb Stunden war der Verriss eigentlich schon fast fertig. Mit der Macht der Gedanken musste er nur noch auf Papier übertragen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war die achte „Star Wars“-Episode ein schrecklich langweiliger und vorhersehbarer Film. Die Konfrontation zwischen böser First Order und guten Rebellen verlagerte sich immer wieder an uninteressante Nebenschauplätze, die Annäherungsversuche zwischen Rey und Luke Skywalker schleppten sich mühevoll dahin und die inneren Konflikte der Charaktere wurden nur behauptet, aber nicht glaubwürdig erklärt. Was in der siebten Episode mangels anderer Schwächen kaum ins Gewicht fiel, schlägt diesmal besonders negativ zu Buche: eine Story, der es an originellen Ideen und Spannung mangelt. Stattdessen: Klischees, Pathos und ein kaum mehr zu ertragendes Dark-Light-Geschwurbel, das fast wie eine Parodie der alten Filme wirkt. Doch irgendwie konnten Regisseur Rian Johnson und die anderen Beteiligten das Ruder noch rumreißen. In der finalen Stunde präsentieren sie mitreißende Lichtschwertduelle, überraschende Figurenschicksale, sehenswerte Innenausstattungen und ein überwältigendes Finale mit betörenden Farben, epischen Momenten und einem Badass-Auftritt, der allein für die anfänglichen Strapazen entschädigt. Fairerweise muss man aber ergänzen: Die besten Momente funktionieren nur wegen der Vorarbeit der anderen Filme so herausragend.

 

Filmplakat: Walt Disney