Hacksaw Ridge

Hacksaw Ridge - UniversumDie Geschichte eines jungen Mannes, der in den Krieg zog und sich standhaft weigerte, eine Waffe anzufassen, fasziniert. Doch sie wirft auch Fragen auf. Fragen, für die sich Mel Gibson offenbar nicht interessiert. Seine neue Regiearbeit – die erste seit „Apocalypto“ vor zehn Jahren – widmet sich dem Sanitäter Desmond Doss (Andrew Garfield), der im Zweiten Weltkrieg dutzenden US-Soldaten das Leben rettete. Aus religiösen Gründen verzichtete er darauf, sich zu bewaffnen, und erntete mit dieser Entscheidung zunächst den Zorn seiner Kameraden und Vorgesetzten. Am Ende jedoch feierten sie ihn überschwänglich. Auch Gibson verehrt Doss spürbar und legt Hacksaw Ridge als Heldengeschichte an. Für Zwischentöne und Fragen, die das Verhalten von Doss aufwirft, bleibt keine Zeit. Ist es nicht etwas widersprüchlich, keinen Menschen töten zu wollen, aber gleichzeitig mit dem eigenen Einsatz die verheerende Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten? Gibson inszeniert Doss als Heiligen ohne Fehler und Schwächen. Für einen mehr als zweistündigen Film ist das zu wenig. Wenn zudem die Rollen der Guten und Bösen – die japanischen Soldaten sind allesamt hinterhältig, irre und kaltblütig – so klar verteilt sind wie hier, wirkt das Geschehen künstlich, nicht authentisch, wie es bei einem Kriegsfilm aber der Fall sein sollte, möchte er eine Daseinsberechtigung haben. Das macht sich auch in den stark choreographierten Kampfszenen bemerkbar. Mit obligatorischer Härte verpasst sich „Hacksaw Ridge“ den Anschein eines Antikriegsfilms – tatsächlich jedoch opfert er die historischen Genauigkeiten einer vermeintlich spannenden Dramaturgie und einer Überdosis Pathos.

 

 

Filmplakat: Universum

Terminator: Genisys

terminator-genisys-posterKlopf Klopf.
Wer da?
Ein neuer Terminator-Film.
Ein neuer Terminator-Film wer?
Ein guter neuer Terminator-Film.

So manche Kino-Marke scheint unverwüstlich. Zu kultig sind die ersten Teile, so blockbusterig das Konzept, dass einfach alle paar Jahre eine weitere Fortsetzung gedreht werden muss – ganz egal, wie ungeliebt oder auch verhasst die letzten Versuche ausfielen. Die wahre Erlösung (*wink wink, nudge nudge*) soll uns nun in Terminator: Genisys eine alternative Timeline bescheren und nicht nur frischen Wind in die angestaubte Story des Terminator-Franchise bringen, sondern auch im Stile von “X-Men: Zukunft ist Vergangenheit” die Sünden der jüngeren Vergangenheit quasi ungeschehen machen. Denn kaum wird der Menschen-Rebellen-Soldat Kyle Reese (Jai Courtney) nach einer Schlacht gegen die die Welt beherrschenden Maschinen ganz planmäßig von seinem Vorgesetzten – dem legendären Widerstandskämpfer John Connor (Jason Clarke) – in die Vergangenheit geschickt, um die Ermordung von John Connors Mutter Sarah (Emilia Clarke) durch einen Zeitreisenden Killerroboter zu verhindern und nichts ahnend obendrein eben jenen John Connor zu zeugen, because timetravel, ist nichts, wie es sein sollte. Sarah ist kein hilfloses Girly, dass gerettet werden muss, und ihr zur Seite steht ein in die Jahre gekommener Terminator eben jenes Modells, das gekommen war, um sie zu töten!? Denn irgendjemand hat frecherweise beschlossen, einen Terminator ausnahmsweise Mal nicht zu einem Zeitpunkt in chronologischer Reihenfolge zu schicken: Das Ergebnis ist eine alternative Timeline mit fast komplett alternativen Schauspielern (das einzige nicht austauschbare Gesicht scheint das der künstlichen Roboterhackfresse zu sein), die allesamt sehr charismatisch aufspielen. Die Action und das vermeintlich todernste Zeitreise-Apokalypsendrama wird durch angenehme Situationskomik hier und da spürbar aufgelockert, aufgewertet und erinnert gerade darum fernab der zahlreichen Anspielungen an den zweiten und gelungensten Teil der Terminator-Reihe. Wem halbgare Erklärungen für scheinbar willkürliche Änderungen der ohnehin hanebüchenen Grundstory kein Dorn im Auge sind und wer die Tugend in der Flucht nach vorne sieht – wenn Flucht nach vorne einfach noch mehr Twists und Sets und crazy Terminator-Stuff bedeuten -, wird an diesem Blockbuster viel Spaß haben können.

 

(You should’nt watch this trailer if you wanna live and not be spoiled.)

 

Filmplakat: Paramount Pictures

 

Jurassic World

jurassic_world_posterStets dem neusten Wow-Faktor und Trend hinterherjagend, um mehr und mehr Besucher anzulocken, nahmen sie die alte DNA ihrer besten Schöpfung und kombinierten sie nach Belieben mit den Genen anderer mächtiger Wesen von damals und heute, um das perfekte Monster mit allen sensationsträchtigen Eigenschaften zu erschaffen: Jurassic World. Nach der gleichen Formel wurde indes der fürchterliche Indominus Rex erschaffen – die große neue Gefahr im dritten Nachfolger von “Jurassic Park”, mit dem Steven Spielberg Anfang der 90er einen weiteren persönlichen Blockbuster-Meilenstein ablieferte. 22 Jahre nach der ersten Dinosauerier-Katastrophe steht der Vergnügungspark erneut und ist so gewaltig und vielseitig wie nie. Von Streichelzoos mit Babydinos für Kindergartenkinder bis zu “Sea World”-artigen Live-Fütterungen von blauwalgroßen Raubsaurierfischen ist für die ganze Familie etwas dabei. Leider kommen aber ausgerechnet an dem Tag, als es mit der neusten Saurierkreuzungsattraktion Probleme gibt, die Neffen von Produktionsmanagerin Claire (Bryce Dallas Howard) zu Besuch. Hat sie nicht schon genug am Hals mit ihrem naiven, größenwahnsinnigen aber gutherzigen Milliardär-Chef Simon (Irrfan Khan) und den ständigen Avancen von Raptor-Experte Owen (Chris Pratt)? Und als wäre ein mordlustiger Superdino nicht schlimm genug, will auch noch das Militär das entstehende Chaos für eine Art Soldaten-Raptoren-Feldtest nutzen, oder was auch immer. Diese grobe Andeutung der Handlung von “Jurassic World” klingt nicht zufällig wie die Kombination aus Familienkomödie und Trash-Monster-Horrofilm-Nummer-15. Der Film von Regisseur Colin Trevoroww scheint sehr darum bemüht zu sein, so viele bekannte Blockbustermomente und Kultfilmszenen wie möglich nachzustellen, um auch ja kein kitschiges Bombast-Klischee und keine Referenz auf kultige “Jurassic Park”-Bilder zu verpassen. “Jurassic World” versucht noch zwangsgestörter gefällig den vermeintlichen Massengeschmack zu treffen als, sagen wir “Transformers 4″. Es ist allein dem Talent der Hauptdarsteller und dem mehr als selbstbewussten Handwerk von Kamera, Setdesign und Effektstudio zu verdanken, dass man sich trotzdem nicht völlig langweilen muss. In Sachen Selbstreferenzialität wird den Figuren gerade am Anfang so manche bissige Bemerkung über die Sensationsgier und den Profitwahn der Investoren in den Mund gelegt. Und für einen Augenblick mag man denken, der ganze Film sei eine einzig große Persiflage auf alles, was an Hollywood und der Konsumkultur lächerlich und bedenklich ist. “Jurassic World” ist ein kugelrunder Spiegel oder ein schwarzes Loch für Kinogeilheit. Er ist ein frankensteinischer Zombiedino, der sein eigenes Antlitz im Spiegel zwar nicht wiedererkennt, sich aber dennoch ziemlich stylisch findet. Und um die Metapharzüchtung auf die Spitze zu treiben: Mit “Jurassic World” hat Hollywood endlich die große Schlange Uroboros ausgebrütet, die in ihren eigenen Schwanz beißt, um sich selbst zu verschlingen. Aber ich bin mir sicher, irgendwo arbeitet irgendwer schon an Uroboros Version 2.0.

 

 

Filmplakat: Universal Pictures

Mad Max: Fury Road

FuryRoadEs gibt wohl nicht viele Regisseure auf diesem Planeten, die tendenziell kinderfreundliche Filme wie „Schweinchen Babe in der großen Stadt“ oder die beiden „Happy Feet“-Teile drehen würden und anschließend zu jener postapokalyptischen Trilogie zurückkehren, die einst ein ganzes Genre geprägt hat. 30 Jahre nach dem dritten und lange Zeit letzten Teil setzt Regisseur George Miller himself nun also noch einen obendrauf. Und es gibt gerade nicht wenige, die sagen, er hätte mit Mad Max: Fury Road erneut einen Genre-Meilenstein abgeliefert. Zumindest – so viel lässt sich zweifelsfrei sagen – hat er eine verdammt gute und würdige Fortsetzung gedreht, die womöglich mit keinem anderen Actionfilm der Geschichte zu vergleichen ist. Zwei Stunden lang rasen Tom Hardy, Charlize Theron und mehrere zu beschützende (aber auch sehr wehrhafte) Frauen durch die Wüste, verfolgt von wahnsinnigen Schurken. Mehr Story gibt’s im Prinzip nicht. Das alles kommt zu einem großen Teil ohne Spezialeffekte aus, ist wild, ist roh, ist selbstironisch und einfach unfassbar schnell. Es ist komplett gegen die Sehgewohnheiten des aktuellen Mainstreampublikums gebürstet, weil es nicht erklärt, was es tut, und dem Zuschauer nicht vorgibt, wie ernst es diesen Film überhaupt nehmen soll. Das Ergebnis sieht man am Box Office: Zwar scheint „Mad Max: Fury Road“ kein totaler Flop zu werden – ein berauschender Erfolg sieht aber auch anders aus. Sei’s drum. Für Fans der Serie oder wahre Fans des Genres – also jene, die einen „Transformers“-Film nicht für die Krone der Actionschöpfung halten – ist das ein Leckerbissen, der schnell verdaut ist, aber auch richtig gut schmeckt.

 

Filmplakat: Warner Bros.

Fast & Furious 7

Furious7In Hollywood läuft derzeit so etwas wie eine Sexismusdebatte. Es geht dabei um Frauen, die weder in den Hauptrollen großer Filme noch auf den Regiestühlen auftauchen, und um Rollenbilder, die durch aktuelle Blockbuster transportiert werden. Ob sich durch die Debatte etwas ändern wird, ist noch ungewiss. Dass sich was ändern muss, ist hingegen klar. Siehe: Fast & Furious 7. Selbst für Hollywoodverhältnisse ist das Ausmaß, in dem weibliche Personen hier zu Objekten degradiert werden, enorm. Dass die Hauptrollen allesamt mit Männern besetzt sind, ist dabei wahrlich noch das kleinste Problem. Auch dass permanent halbnackte Frauen durchs Bild rennen und ihnen die Kamera vor allem auf Arsch- beziehungsweise Ausschnitthöhe begegnet, war zu erwarten. Aber wie unwidersprochen sich hier zwei männliche Charaktere, die als Sympathieträger fungieren sollen, unterstützt durch eine lüsterne Regie als sexistische Machoarschlöcher aufspielen dürfen, das hat schon eine neue (oder zumindest überwunden geglaubte) „Qualität“. In einer Szene steigt Neuzugang Nathalie Emmanuel (bekannt aus „Game of Thrones“) aus dem Meer und wird dabei aus sicherer Entfernung von Ludacris und Tyrese Gibson beobachtet. Als den beiden schon längst förmlich der Speichel aus dem Mund läuft, geht die Kamera ganz nah ran an den „Traumkörper“ und fährt ihn einmal von unten nach oben ab, aber so langsam, dass die im Bikini springenden Brüste ganz genau zu bewundern sind. Anschließend wird man Zeuge der „Verhandlungen“ der beiden Männer, darüber, wem von beiden die Frau denn nun gehört. Wir schreiben das Jahr 2015 – man glaubt es kaum. Wäre „Fast & Furious 7“ ein guter Film, würde ich aufgrund dieser Szenen trotzdem davon abraten, solchen Mist auch noch mit Eintrittsgeld zu belohnen. Glücklicherweise lässt sich vom Kinogang auch einfach deswegen abraten, weil dies grundsätzlich – genau wie die Vorgänger – ein ziemlich schlechter Film ist: mit flachen Charakteren (im Falle des von Jason Statham gespielten Bösewichts, der permanent aus heiterem Himmel auftaucht, quasi schon als Karikatur angelegt), dümmlichen Dialogen, pubertärem Humor und lächerlicher Wannabe-Coolness. Und selbst die Action strengt trotz einiger unzweifelhaft spektakulärer Momente dank Wackelkamera, Schnittstakkato und unaufhörlich scheppernder Soundkulisse eher an als dass sie sich genießen ließe. Daran ändert leider auch die Anwesenheit von James Wan auf dem Regiestuhl nichts, obwohl der schon bewiesen hat, dass er neben Grusel auch Action inszenieren kann. Hier muss er sich aber fast komplett in den Stil des Franchises einfügen. Nur in einigen wenigen Momenten, etwa wenn bei Kämpfen die Kamera gemeinsam mit den Protagonisten „zu Boden geht“, merkt man mal kurz so etwas wie eine Handschrift. Und so wartet man mehr als zwei Stunden bis zur einzigen wirklich gelungenen Szene des Films: dem Abschied vom während der Dreharbeiten verstorbenen Paul Walker. Dieser ist – man mag es kaum glauben – angemessen, aufrichtig und, ja, in Anbetracht der realen Umstände, auch zu Tränen rührend.

 

Filmplakat: Universal

Jupiter Ascending

JupiterAscendingDie Wachowski-Geschwister sind eine absolute Ausnahmeerscheinung in Hollywood. Mit ihrer „Matrix“-Trilogie scheffelten sie so viel Kohle, dass sie seitdem offenbar Narrenfreiheit genießen und einen kommerziellen Flop („Cloud Atlas“) nach dem anderen („Speed Racer“) abliefern dürfen. Mit den Budgets in dreistelliger Millionenhöhe dürfte nun aber Schluss sein. Erst wurde Jupiter Ascending im vergangenen Sommer wenige Wochen vor Kinostart wegen angeblich aufwändiger Post-Production mal eben um ein halbes Jahr nach hinten geschoben und nun wurden Kritiken mit einer Sperrfrist bis wenige Tage vor Filmstart belegt – beides keine sonderlich guten Zeichen. Die Skepsis dürfte daher rühren, dass es schwierig werden wird, für „Jupiter Ascending“ die richtige Zielgruppe, über einen bestimmten Nerdkreis hinaus, zu finden. Was schade ist, denn wie schon bei den teils heftig kritisierten Vorgängerfilmen liefern die Wachowskis meiner Ansicht nach auch diesmal ambitioniertes, unterhaltsames und manchmal beeindruckendes Blockbusterkino ab, das sich von anderen Filmen dieser finanziellen Größenordnung deutlich unterscheidet. Der Ideenreichtum bei der Bebilderung der Geschichte, in der der außerirdische Ex-Söldner Channing Tatum die zukünftige Königin des Universums Mila Kunis durch fremde Welten begleitet und vor mörderischen Angriffen schützt, scheint keine Grenzen zu kennen. An den verschiedenen Planeten, Waffen, Kostümen, Gestalten und Räumen kann man sich kaum satt sehen. In den großen Actionszenen, insbesondere der ersten (über den Häusern) und der letzten, sorgt vor allem die Kameraführung für spannende Momente. Kunis und Tatum sind vielleicht nicht die ideale Besetzung (und für die Vermarktung des Films vielleicht sogar eine eher schlechte), machen ihren Job aber solide und haben eine gute Chemie. Das einzige wirklich große Problem an diesem Film heißt: Story. Denn die hat nichts zu bieten, was man nicht schon zur Genüge kennen würde. In der ersten Stunde, in der „Jupiter Ascending“ dank seiner wilden Mixtur aus Fantasy, grandioser Optik, „von der Tellerwäscherin zur Herrscherin über das Universum“-Geschichte und teils sehr grotesk-mainstreamfeindlicher Szenen auf dem Weg zu einem „Kultfilm“ scheint, fällt das nicht weiter auf. Doch die reizvolle Ausgangsidee bleibt auf halber Strecke stehen und verläuft sich dann in Richtung der üblichen Erzählungen von Liebe, Versprechen und Verrat. Die Charaktere wechseln die Schauplätze nach dem Zufallsprinzip und nur eines ist gewiss: Dass Channing Tatum auch beim achtzehnten Mal in allerletzter Sekunde zur Stelle sein wird. „Jupiter Ascending“ wird wohl weit am Massengeschmack vorbei gehen und vermutlich auf absehbare Zeit der letzte Film bleiben, in dem die Wachowskis mit einem Budget zwischen 100 und 200 Millionen Dollar hantieren dürfen. Auch wenn es vielleicht der schwächste der Post-“Matrix“-Filme sein mag, wäre das schade. Die Wachowskis drehen Filme, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen, wobei nicht klar ist, ob das die Vergangenheit, die Zukunft oder gar irgendeine Parallelwelt meint. „Visionär“ ist ein so oft benutztes Wort für die Regisseure großer Hollywoodfilme. Die Wachowski-Nerds sind trotz aller erzählerischen Mängel vielleicht die Einzigen in diesem Bereich, die diese Bezeichnung wirklich verdient hätten.

 

Filmplakat: Warner Bros

John Wick

JohnWickWenn der in der Versenkung verschwundene Ex-Auserwählte Keanu Reeves, ein Drehbuchautor, der bislang zwei Vorlagen für Dolph Lundgren lieferte, sowie zwei Regisseure, die bislang lediglich bei der Inszenierung von Actionszenen in Erscheinung traten, aufeinandertreffen, kann man Schlimmes befürchten. John Wick ist deshalb eine positive Überraschung. Ein charismatischer Reeves mimt den Profikiller John Wick, der seine „Karriere“ eigentlich beendet hatte, sich nach dem Tod seiner Frau und dem Mord an deren einziger Hinterlassenschaft (ein Hund) aber selbst reaktiviert. In der hübsch fotografierten New Yorker Unterwelt sorgt Reeves/Wick daraufhin für einen Bodycount im annähernd dreistelligen Bereich. Sein Kampfstil („Gun Fu“ – eine Mischung aus „Gun“ und „Kung Fu“) ist richtig gut anzuschauen, weil Reeves fast alles selbst dreht und daher auch kein Schnittgewitter nötig ist, um den Einsatz von Stuntdoubles zu kaschieren. Insbesondere wenn Fäuste und Kugeln fliegen, ist das ein ziemlicher Spaß. Weniger spaßig sind die vorhersehbare Story, die lausigen Dialoge, der Mangel an Spannung und ernsthaften Gegenspielern sowie die zu lange Laufzeit. 80 bis 90 Minuten wären hierfür absolut ausreichend gewesen, stattdessen verpasst „John Wick“ mindestens einmal das richtige Ende. Letztlich soll das alles etwas cooler, cleverer und origineller sein als es in der Realität eigentlich ist. Denn in der Realität ist dieser Film lediglich ein lange Zeit unterhaltsamer, durchgestylter und angenehm ruppiger Revengethriller. Reicht ja eigentlich auch mal für einen schönen Kinoabend, vor allem wenn das Genre ansonsten nicht viel hergibt.

 

Filmplakat: Studiocanal